Sehnsucht Fernweh

Moshi – eine Stadt am Fuße des Kilimanjaro

Welcome to Moshi

Welcome to Moshi

Der erste Stopp meiner Tansania-Reise führte mich nach Moshi, einer Stadt im Nordosten des Landes, relativ dicht an der Grenze zu Kenia und noch dichter am Kilimanjaro gelegen. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Großteil der Touristen vor Ort (von denen es wirklich nicht so viele gibt), die Stadt als Ausgangspunkt für den herausfordernden Aufstieg auf den höchsten Berg Afrikas wählen. Ich selbst habe mir dieses Abenteuer für eine zukünftige Reise aufgehoben, da eine Kilimanjaro-Besteigung mit knapp 1500€ nicht nur zu teuer war, sondern da ich zudem der Meinung bin, dass eine solche Tätigkeit mehr Vorbereitung fordert, als auf Meeresspiegelhöhe einen Halbmarathon absolvieren zu können…

Der frühe Vogel fängt die Spitze des Kilimanjaro ein

Der frühe Vogel fängt die Spitze des Kilimanjaro ein

Doch auch ohne das Ziel des Gipfels im Kopf zu haben, habe ich meine Zeit in Moshi sehr genossen. Mit schätzungsweise 170.000 Einwohnern ist die Stadt für Afrika-Einsteiger wie mich nicht direkt überfordernd und man findet sich schnell zurecht. Allgemein lässt sich sagen, dass das Zentrum der Stadt recht schachbrettmäßig angeordnet ist – mit Hauptstraße, und Parallelstraßen sowie den jeweiligen Verbindungstraßen dazwischen. Um diesen Kern herum, war es dann jedoch, zumindest teilweise, vorbei mit logisch angeordneten Straßensystemen… Nichts desto trotz empfand ich es als sehr entspannend, einfach ein wenig durch die Straßen zu schlendern und das afrikanische Leben auf mich wirken zu lassen.

Auch eine Art des Transportes in Moshi

Auch eine Art des Transportes in Moshi

Orientiert haben wir (ich und eine Freundin, die mich auf der Reise begleitet hat) uns hierbei an der Ausübung des jeweiligen Handwerkes pro Straßenzug. So gibt es beispielsweise die „Stoffstraße“, eigentlich ein Straßenabschnitt, in dem viele Frauen (und auch Männer!) auf den Bürgersteigen bunte Stoffe zu den traditionellen Trachten, aber auch Kissenhüllen, Tischdecken etc. verarbeiteten, das „Gummiverarbeitungs-Viertel“, in dem alte Autoreifen zu Flip-Flops und ähnlichem weiterarbeitet werden, die „Bildergasse“, in der Afrikanische Künstler, ihre Malereien versuchen unter die Leute zu bringen und den traditionellen Markt. Ausrufe wie „Guck mal – wir sind wieder bei den Reifen“ halfen uns somit oftmals, unseren Standort zu lokalisieren😉.

Die Natur Afrikas - Vor den Türen Moshis

Die Natur Afrikas – Vor den Türen Moshis

Aus Alt mach Neu - oder aus Reifen mach Schuhe

Aus Alt mach Neu – oder aus Reifen mach Schuhe

Nachfolgend habe ich einige Eindrücke der Stadt und ihrer Umgebung zusammengestellt.

Unterkünfte

We Travel Hostel

We Travel Hostel

Breakfast with a view im We Travel Hostel

Breakfast with a view im We Travel Hostel

In Moshi gibt es recht viele Unterkünfte, welche sich über einen Großteil des Stadtgebietes verteilen. Ich persönlich würde mich nach einer Unterkunft nahe der Mawenzi Road umgucken, da ich diesen Teil der Stadt nicht nur als zentral, sondern auch als sehr angenehm empfand. Ich und meine Reisebegleitung haben uns auf Empfehlung für das „We Travel Hostel“ in dieser Region entschieden und wurden nicht enttäuscht. Für rund  8€ p.P./Nacht bekommt man hier ein sauberes Bett mit Mückenlicht und Steckdose im Mehrbettzimmer inklusive Frühstück. Die Bäder des Hostels sind auch durchweg sauber (inkl. Warmen Wassers) und die Dachterrasse lädt zum Entspannen ein. Zu Abend gegessen kann im „We Travel“ auch, jedoch haben wir das Angebot nicht genutzt, sondern und mit den lokalen Speisen vertraut gemacht.

Restaurants

Leckerer Cappuchino in Moshi

Leckerer Cappuchino in Moshi

Neben Reis und Bohnen zählen insbesondere Chapati (eine Mischung aus Fladenbrot und Pfannkuchen) und Ugali (Maisbrei) zu den Grundnahrungsmitteln. In Moshi gibt es eine ganze Reihe an netten „Restaurants“. Besonders empfehlenswert sind hierbei das „Pamoja Café“, welches in einem gemütlichen Garten/Terrasse günstiges Tansanisches Essen anbietet, sowie das „Milan’s“, ein vegetarisches Restaurant, in dem man sehr leckere indische Speisen zu angemessenen Preisen erhält. Wer genug von Reis mit irgendetwas hat, der kommt im „Indo-Italian“ Restaurant auf seine Kosten, welches zu etwas gehobeneren Preisen (für Afrikanische Verhältnisse versteht sich😉) auch leckere Pizzen und Salate anbietet. Zudem gibt es einige ganz nette Cafés, in denen man sich nachmittags einen guten Kaffee schmecken lassen kann.

Die alte Train Station

Idyllische Moshi Train Station

Idyllische Moshi Train Station

Einen Besuch sollte man der „alten train“ Station abstatten, welche insbesondere zu abendlicher Stunde in ein sehr schönes Licht getaucht wird und den Ort irgendwie magisch erscheinen lässt. Da der eigentliche Bahnhof verwaist ist, schlendern hier Mensch und Tier gelassen über die Gleise zu ihren Häusern oder genießen bei Musik und einem Getränk die Ruhe, welche sich über diesen Ort erstreckt. Bei gutem Wetter hat man von hier aus auch Sicht auf den Kilimanjaro, von dem wir dank dicker Wolkendecke jedoch nichts zu sehen bekamen. Aus eben diesem Grund blieb uns auch der oftmals angekündigte grandiose Sonnenuntergang verwehrt – einen Besuch ist der Bahnhof aber dennoch wert.

Um Moschi herum

Moshi Hot Springs

Moshi Hot Springs

Von Moschi aus bieten sich einige Tagesausflüge an. So kann man zu verschiedenen Wasserfällen fahren, sich einen Tag im Kilimanjaro Nationalpark aufhalten oder jedoch zu den „Hotsprings“ in der Nähe fahren. Wir entschieden uns für die Option der Hotsprings. Bei den heißen Quellen handelt es sich jedoch vielmehr um ein strahlend blaues Wasserloch, in dem man eine Runde planschen und sich erfrischen, oder auf einem Gummiring treiben kann. Auch wenn der kleine Pool wirklich eine wahnsinnig blaue Farbe hat und wirklich eine angenehme Wasserfarbe vorweist, so weiß ich nicht, ob ich den Ausflug ein zweites Mal machen, oder eine andere Option vorziehen würde. Sollte man zu den Hot Springs fahren, sollte man sich auf jeden Fall dessen bewusst sein, dass es keine „Liegewiese“ oder ähnliches gibt, sodass das Handtuch auf dem Lehmboden zwischen einigen Ameisen, Tannenzapfen etc. ausgebreitet werden muss😉.  Mein Highlight des Tages war wahrscheinlich fast die Anreise, bei der man einige schöne Einblicke in die Afrikanische Landschaft und die Einwohner erhält. Kühe passieren die „Straße“, Polizisten verlangen Schmiergelder für die Weiterfahrt, bunt gekleidete Frauen balancieren Töpfe und Feuerholz auf ihrem Kopf und noch viele weitere Eindrücke konnte ich auf der Fahrt sammeln. Den Ausflug zu den Hot Springs würde ich direkt vor Ort buchen – einfach einige der zahlreichen Taxifahrer ansprechen und danach fleißig Preise verhandeln. Offiziell kosten den Touren nahezu 35 Euro pro Person, wir haben den Preis jedoch auf 55.000 Tansanische Schilling (ca. 20-22 Euro reduziert).

Weiterreise

Moshi Busbahnhof

Moshi Busbahnhof

Die Stadt verfügt über einen lebhaften Busbahnhof, der Moshi mitzahlreichen Städten des Landes (Arousha, Lushoto, Daressalam…) verbindet. Die Tickets hierfür können direkt vor Ort gebucht werden, wir haben uns jedoch bereits im Vorfeld Tickets von unserem Hostel reservieren lassen. Da diese nicht teurer waren und wir uns so die zahlreichen „Verkäufer“ vom Hals halten konnten, war dies eine angenehme Lösung (Tipp: Bei aufdringlichen Ticketverkäufern hilft es sehr, wenn man das bereits gekaufte Ticket dezent zeigt, sodass diese wissen, dass man keinen potentiellen Kunden darstellt – auf einmal werden sie alle ruhig und schwirren wie die Fliegen auf die nächsten potentiellen Gäste zu😉).

Ein ganz normaler Arbeitsweg

Ein ganz normaler Arbeitsweg

Alles in allem kann ich Moshi für einen Stoppover sehr empfehlen, sowohl um einige Zeit in der Nähe des Kilimanjaros zu verbringen, als auch um von hier aus in die Usambara-Mountains weiterzufahren oder eine Safari zu starten. Hierbei sei jedoch zu beachten, dass ein Großteil der Safari-Anbieter in Arousha sitzt, sodass es hilfreich ist, bereits zuvor einen potentiellen Organisator ausfindig zu machen und diesen zu fragen, ob eine Abreise auch aus Moshi machbar wär

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