Sehnsucht Fernweh

Iglu-Dorf Zugspitz: Meine Top-Gründe, warum eine Nacht im Iglu auch auf eurer Bucket-List stehen sollte

Unbeschreiblich...

Unbeschreiblich…

Auch wenn zumindest viele Norddeutsche noch dem nicht vorhandenen Sommer hinterhertrauern, so beginnt sie bald offiziell: Die Winterzeit. Die Nächte werden länger, die Tage kürzer und außer bei einem Glühwein wirkt auch die anstehende Kälte nicht unbedingt verlockend.

Auch ich bin eigentlich ein absolutes Sommerkind – und doch hat mich mein Abenteuergeist dazu gebracht, eine Nacht in einem Iglu zu schlafen. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens und eine Zeit, die mit sehr vielen positiven Momenten verknüpft ist. Da es zudem bei mir gerne hoch hinausgehen darf, habe ich mich für das Iglu-Dorf auf der Zugspitze entschieden, um die Übernachtung zudem noch mit ein paar Tagen Skifahren zu verknüpfen.

Nachfolgend habe ich euch meine (persönlichen) Top- Gründe zusammengefasst, warum eine Iglu-übernachtung auch bei euch auf der Bucket-List nicht fehlen sollte. Alle dieser Aussagen beziehen sich auf den Aufenthalt im Iglu-Dorf Zugspitz und sind 1:1 auf andere Iglu-Erlebnisse übertragbar.

Geselligkeit

Romantisch und gemütlich zeigt sich der Aufenthaltsraum im Igludorf Zugspitze

Romantisch und gemütlich zeigt sich der Aufenthaltsraum im Igludorf Zugspitze

Mir persönlich hat insbesondere der hohe Grad des Miteinanders, der während des Iglu-Aufenthaltes herrschte, sehr gut gefallen. Dies ist vielleicht meiner allgemeinen Vorliebe für das Kennenlernen anderer Menschen und Kulturen geschuldet, doch auch meine Reisebegleitung, die normalerweise Weise eine gewissen Anonymität im Urlaub wichtig schätzt, hat diesen Faktor als sehr positiv wahrgenommen. Ob beim gemeinsamen Snacken, Abendessen oder Glühweintrinken (verhungern wird man während der Zeit im Iglu keinesfalls!), während gemeinsamen abendlichen Unternehmungen oder einfach einer entspannten Unterhaltung im Gemeinschaftsiglu konnte man die anderen Teilnehmer recht gut kennen lernen und ein gewisses Gruppengefühl (soweit binnen einer Nacht möglich) entstand schnell. Hierzu beigetragen hat auch die Architektur des Igludorfes. Dieses besteht nämlich nicht – wie oftmals (auch von mir) angenommen – aus vielen kleinen einzelnen Iglus, sondern ist als ein großes Iglu mit verschiedenen Zimmern und Räumen anzusehen.

Viele kleine Zimmer Zweigen von den Gemeinschaftsgängen ab

Viele kleine Zimmer zweigen von den Gemeinschaftsgängen ab

Zwangsläufig begegnet man sich dementsprechend auch „auf dem Flur“ und ist nicht in seiner kleinen Ingluwelt abgeschottet. Außerdem eignen sich die recht großen freien Wandflächen so für viele kleine, detaillierte Wandschnitzereien. Letztes Jahr lautete das Motto „Floral“, dieses Jahr wird das Igludorf mit zahlreichen „Barock-Mustern“ geschmückt sein. Während eines gemeinsamen Rundganges werden diese Kunstwerke von allen bestaunt – ein weiterer Punkt, um schnell in ein Gespräch verwickelt zu werden.

Wandschnitzereien soweit das Auge reicht zieren die Wände des Igludorfes

Wandschnitzereien soweit das Auge reicht zieren die Wände des Igludorfes

Denn eines lässt sich nicht abstreiten: Besondere Momente im Leben werden umso schöner, wenn man sie teilt.

Atemberaubende Ausblicke

Dem Himmel so nah: Gletschergebiet Zugspitze

Dem Himmel so nah: Gletschergebiet Zugspitze

Ein Wesentlicher Punkt, der mich heute noch von der Iglu-Nacht schwärmen lässt, ist zudem das Bergpanorama, was sich einem während des gesamten Aufenthaltes bietet. Insbesondere nachdem die letzten Tagestouristen die Gondel in Richtung Tal genommen haben wird einem bewusst, dass man das Alpenparadies nahezu alleine bestaunen kann.

Traumhafte Ausblicke inklusive

Traumhafte Ausblicke inklusive

Die Ruhe, Freiheit, Geborgenheit und Glück sind nur einige Emotionen, die ich quasi „alleine“ auf dem Berg empfand.

Morgens früh aufstehen lohn sich - die Welt liegt einem zu Füßen

Morgens früh aufstehen lohn sich – die Welt liegt einem zu Füßen

Insbesondere frühes Aufstehen lohnt sich – der Sonnenaufgang war mein persönliches Highlight im Winter-Wonderland!

Die Pisten für sich haben

Frisch präparierte Pisten nur für uns :)

Frisch präparierte Pisten nur für uns 🙂

Da ich nach meiner Nacht im Iglu das erste Mal auf Skiern stand, war dieser Punkt für mich nicht unbedingt der relevanteste. Ein Großteil unserer Gruppe hatte sich das Iglu-Dorf jedoch genau wegen diesem Aspekt ausgewählt: Unberührte Pisten quasi für sich haben! Und bereits nach einigen Tagen, auf denen ich anschließend auf zwei Brettern unterwegs war kann ich sagen: Auch ich weiß diesen Vorteil jetzt zu schätzen. Nicht nur sind die Ausblicke nach wie vor wahnsinnig schön, sondern auch sind die Pisten frisch präpariert und bieten perfekte Bedingungen für den Wintersport. Keine Schlangen an den Liften, keine blutigen Anfänger die unkontrolliert die Pisten befahren und die Option das Skigebiet genauso entlang zu fahren, wie es einem gerade Spaß macht.

Nur die Pistenraupe ist eher auf den Beinen

Nur die Pistenraupe ist eher auf den Beinen

Das Gefühl, die Bergwelt ganz für sich zu haben ist wirklich etwas ganz Besonderes.

Winterliches Abendprogramm

Once-in-a-lifetime: Eine Nacht im Igludorf Zugspitze

Once-in-a-lifetime: Eine Nacht im Igludorf Zugspitze

Neben dem Erlebnis des eigentlichen „Im Iglu Schlafens“ bieten die Mitarbeiter zudem, je nach Wetter, noch ein abendliches Winterprogramm an – in unserem Fall eine Nachtwanderung und Rodeln. Während diesen Aktivitäten ist insbesondere der wärmende Effekt des Bewegens nicht zu unterschätzen. Obwohl die Außentemperaturen meist unter den Temperaturen innerhalb des Iglus liegen und der kalte Wind einen das Gesicht einfrieren lässt, so hilft es doch, den Kreislauf auch durch ein paar Schritte außerhalb des Iglus wieder anzuregen. Dieses jedoch bitte nur mit ortskundiger Begleitung, denn ein falscher Tritt kann zu schwerwiegenden Folgen führen. Besonders das Rodeln hat mir viel Spaß gemacht – eine Stirnlampe ist hierbei empfehlenswert. Denn auch wenn die Iglus mit Elektrizität ausgestattet sind, so herrscht vor der Eingangstür schwarze Nacht. Wer sich jetzt wundert, dass innerhalb des Iglus Strom existiert, wobei Kerzen doch wesentlich romantischer sind, dem sei gesagt, dass zu viele Kerzen das Iglu in den vergangenen Jahren öfters an gewissen Stellen zum Schmelzen gebracht- sowie die Innenwände verfärbt haben.

Whirlpool mit Blick auf den Sternenhimmel

Der Eingang des Igludorfes

Der Eingang des Igludorfes

Nach dem Abendessen sowie der bereits erwähnten Rodelpartie gab es für uns noch eine kleine SPA-Auszeit bei Sauna und Whirlpool. Dies war nicht nur sehr entspannend, sondern wärmte mich zudem schnell auf. Und einmal ganz im Ernst: Was kann es schöneres geben, als bei einem tiefschwarzen Nachthimmel unendlich viele Sterne von einem Whirlpool aus zu erspähen? Für die Benutzung des SPA-Angebotes ist es wichtig, Badesachen sowie eine Mütze bei sich zu haben. Letzte ist relevant, damit die Haare geschützt du nicht nass werden und anschließend über Nacht abbrechen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich zudem sagen, dass man anschließend recht schnell zu Bett gehen sollte – bevor es wieder kalt wird😉

Schlafen auf Lammfellen im Polarschlafsack

Igludorf Zugspitze: In dieser Atmosphäre lässt es sich schlafen

Igludorf Zugspitze: In dieser Atmosphäre lässt es sich schlafen

Auch wenn innerhalb des Iglus dauerhaft Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen, so sollte man keine Angst haben, nachts stark zu frieren. Auf Lammfellen gebettet und mit Polarschlafsäcken ausgestattet (Temperaturen bis – 40°C sollten laut Etikett kein Problem sein) bezogen wir unser kleines Zweieriglu. Auch wenn ich als Frostbeule erst recht skeptisch gegenüber den Schlafsäcken war, so war meine Angst unbegründet. Insbesondere nach einer Runde Aufwärmen im Whirlpool wurde auch das Umziehen erträglich, in der Nacht hatte ich durch meinen Zwiebellook eher mit mangelnder Bewegungsfreiheit als mit kalten Temperaturen zu kämpfen. Morgens hingegen hat es mich schon Überwindung gekostet den Schlafsack zu verlassen und mich bei Minusgraden wieder komplett anzuziehen – Der frisch ans Bett servierte Tee erleichterte dies jedoch um einiges. Es sollte zudem beachtet werden, Kleidungsstücke nicht über Nacht auf dem Boden liegen zu lassen, sondern diese entweder ebenfalls in den Schlafsack oder zwischen Schlafsack und Lammfell zu legen, da diese sonst über Nacht einfrieren könnten. Ebenfalls empfiehlt es sich, nicht an Handschuhen oder Mützen zu sparen, da sich diese auch als Wärmespender für elektronische Geräte eignen. Wer physikalisch genauso bewandert ist wie ich: Durch die niedrigen Temperaturen entladen sich Geräte schneller und es wäre doch schade, wenn die unglaublichen Aussichten nicht festgehalten werden könnten. USB Anschlüsse sind am Kopfende des Eisbettes enthalten – für alles Weitere habe ich meine portable Power Bank sehr zu schätzen gelernt (diese ist inzwischen jedoch bei allen meinen Reisen ein treuer Begleiter).

Toilette im Schnee

Eine Erfahrung: Toilette im Schnee

Eine Erfahrung: Toilette im Schnee

Ein weiteres Highlight des Iglus ist die Toilette im Schnee (klingt komisch, ist aber so!). Auch wenn die Benutzung der Toilette meist zum Kraftakt wurde, da ich mich aus meinen gefühlt 10.000 Schichten schälen musste, um anschließend auch noch zu frieren, so war ich doch fasziniert von der Vorstellung, eine Toilette im Schnee zu betreten :D.

Minibar an frischer Luft

Kalte Getränke ganz ohne Kühlschrank

Kalte Getränke ganz ohne Kühlschrank

Soviel Luxus muss sein: Eine Minibar im Zimmer. Ja, auch ich kenne (trotz zahlreicher Backpacker-Urlaub) Minibars aus Hotelzimmern. Noch nie habe ich diese jedoch ohne Kühlschrank gesehen. Im Igludorf ist dieses möglich. Gekühlter Sekt, leckere Schokolade sowie Mineralwasser standen kostenlos zum Verzehr bereit. Ich weiß auch nicht genau warum, aber irgendwie fand ich diese Art der Minibar beeindruckend:D.

Das Gesamterlebnis

Brotzeit - an Essen mangelt es einem keineswegs

Brotzeit – an Essen mangelt es einem keineswegs

Last, but not least ist es das Gesamtpaket, welches mich so fasziniert hat. Eines sei jedoch ganz eindeutig hervorzuheben: Eine Übernachtung im Iglu ist trotz recht hoher Preise kein Luxus-Urlaub. Für diejenigen unter euch, die bei den angegebenen Preisen von ca. 150€/p.P/Nacht ins Schaudern geraten, möchte ich diese noch ein wenig relativieren: Das Igludorf wird jedes Jahr aufs Neue aufgebaut. In Rund drei Monaten entstehen hier Schlafräume, Gemeinschaftsiglu, Toiletten und die wunderbaren Spa-Einrichtungen. Anschließend ist das Igludorf für ungefähr drei bis vier Monate (Ende Dezember bis Anfang April) geöffnet und muss in dieser Zeit das gesamte Geld für eine Saison erwirtschaften. Zudem ist die Berg- & Talfahrtmit der Zugspitzbahn sowie der Skipass für einen Tag in der Zugspitzarena bereits im Preisinkludiert, welcher sonst ebenfalls mit 45€p.P. das Budget erheblich schälert. Dies heißt nicht, dass eine Nacht im Iglu kein kostspieliges Ereignis ist, relativiert die Kosten meiner Meinung nach jedoch ein wenig. Außerdem sind die bereits genannten Punkte für mich definitiv Grund genug, einmal in seinem Leben in einem Iglu-Dorf zu schlafen 😊

 

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