Sehnsucht Fernweh

Verrücktes Holland – Fünf Dinge, die nur Niederländer verstehen

Nijmegen

Nijmegen

Bereits einige Zeit habe ich schon in den Niederlanden verbracht und würde mich in einigen Dingen auch als „typical Dutch“ bezeichnen. Jedoch gibt es auch nach wie vor einige Eigenschaften, die sich mir nicht so ganz erschließen, auch wenn sie einfach zu Holland dazu gehören wie das Bier zu Deutschland ;).

1 ) … dass der „Dopper“ die einzig wahre Trinkflasche ist

Der Dopper

Der Dopper

Bereits während meines Studiums habe ich mich oft gefragt, warum der „Dopper“ in jedem holländischen Haushalt mindestens einmal vertreten ist. Zugegeben, die Farbauswahl der bunten Trinkflaschenmarke ist ziemlich cool und auch die Größe ist recht handlich – aber alleine deshalb der Hype? Alleine, wenn ich bei Google „Trinkflasche Niederlande“ eingebe, werde ich mit Bildern der Flasche überschüttet. Letztes Wochenende habe ich dann einmal in den Niederlanden bei Freunden nachgefragt und – oh Wunder – auch diese wussten nicht so wirklich, warum diese Flasche ein Muss in jedem Studentenhaushalt ist. Einen kleinen Einblick in die Magie der Marke habe ich dann jedoch noch bekommen: Der Deckel der Flasche kann gleichzeitig auch als Trinkgefäß verwendet werden. Eine Tatsache, die bei Thermosflaschen bereits vor mindestens einem Jahrzehnt erkannt wurde, sorgt nun bereits seit einigen Jahren bei unseren Nachbarn für Verkaufsschlager – ich glaube ich werde das nie verstehen 😉 Und so war es auch dieses Mal genauso wie bereits zuvor: Gerne fülle auch ich mir meine Flaschen wieder auf (eine Eigenschaft der Holländer, die hierzulande meist eh schon auf Argwohn stößt 😉), jedoch werde ich dies auch zukünftig mit einer ganz normalen 0m5 Liter PET Flasche tun.

2) … dass HEMA überlebenswichtig ist

HEMA

HEMA

Ein weiteres Markenzeichen eines jeden Holländers, den ich getroffen habe ist seine Liebe zu „HEMA“. Ich glaube, jeder Niederländer betritt mindestens einmal die Woche die Ladenflächen dieser Einzelhandelskette. Bei Studenten treffen insbesondere die niedrigen Preise in den Vordergrund, bei Erwachsenen ist es die Produktauswahl an sich („Bei HEMA findet sich einfach alles“). Erst letzte Woche bei meinem Besuch wurde ich zudem nicht nur einmal gefragt, ob ich mit Freunden frühstücken möchte – natürlich bei HEMA. Zugegeben, auch ich habe während meiner Studienzeit öfters Dinge bei HEMA gekauft, der Megahype um die Kette bleibt mir jedoch bleibt für mich nach wie vor ein Geheimnis. Da die Marke HEMA jedoch zunehmend nach Deutschland expandiert und noch dieses Jahr Filialen in Hamburg, München, Berlin und Köln eröffnen möchte, werden vielleicht auch wir bald der „HEMA-Mania“ verfallen 😉.

3) … dass „Chocomel“ kein normaler Kakao ist

Schnell habe ich mich nach meiner Ankunft in Holland als Neuankömmling geouted, da „Cochomel“ für mich kein Begriff war. „Wie kann das sein?“, schallte es mir von allen Ecken entgegen, „Wie kannst du dein ganzes Leben lang ohne Chocomel gelebt haben?“. Diesem Defizit wurde sich anschließend direkt angenommen und ich erhielt in der Uni (natürlich wird auch hier „Chocomel“ verkauft😉) mein erstes „Chocomel“. Und was soll ich sagen: Es schmeckt wie Kakao. Nicht schlecht, aber in meinen Augen auch nicht besser als unser guter alter Kaba-Kakao – auch wenn die niederländische Bevölkerung das natürlich ganz anders sieht und den unvergleichlichen Geschmack in den Himmel lobt. Kürzlich hat zudem selbst das Hip-Hop-Duo 257ers in ihrem Lied „Holland“ auf die Liebe zu Chocomel aufmerksam gemacht. In dem lustigen, wenn auch Klischee-belasteten Song wird ebenfalls auf das inoffizielle Nationalgetränk der Holländer eingegangen: Im Refrain heißt es hier mehrfach „Lekker Chocomel“ 😀 .

4) … dass Stroopwafel Bag Clips wichtig sind

Ohne Worte;)

Ohne Worte;)

Zugegeben, Stroopwafels (Dt: Sirupwaffeln) sind verdammt lecker und ich kaufe mir eigentlich auch jedes Mal eine Packung der Süßigkeit, wenn ich in den Niederlanden bin. Und ja, die angebrochene Verpackung der Sirupwaffeln muss auch wieder verschlossen werden – meist nehme ich dazu einen ganz normalen Klippverschluss. In Holland wurde ich jedoch letztes Wochenende eines besseren belehrt: Zu einer Packung Sirupwaffeln gehört auch immer ein passender Verschluss, denn nur mit einem Stroopwaffel-Clip ist das Bild der Spezialität perfekt. Man lernt nie aus, und so bin auch ich nun stolzer Besitzer dieses lebensnotwendigen Utensils – ob ich es jemals gebrauchen werde ist jedoch fraglich 😃.

5) … dass man auch bei Regen und Kälte draußen sitzt

Im Freien ist es doch am Schönsten

Im Freien ist es doch am Schönsten

Zugegebener Maßen bin ich ein absoluter Fan dieser Eigenschaft: Es ist kalt, es windet, es regnet, es gewittert und alle Welt sitzt draußen. Teilweise von Heizstrahlern gewärmt, teilweise jedoch auch eher vor Kälte erfroren sitzen die Menschen hier auch im Winter VOR statt IN den Restaurants oder Bars. Die Outdoor-Nation ist aber wahrscheinlich bereits vom Fahrradfahren in jeder Wetterlage abgehärtet, sodass es dann auf ein paar mehr Regentropfen auch nichtmehr ankommt😉. Doch auch wenn ich ein absoluter Fan des draußen-sitzens bin und es sehr gemütlich unter den Heizstrahlern finde (die in Deutschlands vielerorts auf Grund ihres Energieverbrauchs übrigens nicht so gern gesehen sind), so verstehe ich es dann doch nicht, wieso man OHNE Strahler bei strömendem Regen und starkem Wind frierend vor einem Restaurant sitzt, anstatt es sich innen drin bei Wärme und Loungemusik gemütlich zu machen.

Und trotz diesen Kleinigkeiten kann ich voller Überzeugung sagen: Ein Teil von mir wird wahrscheinlich noch recht lange holländisch ticken;)

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