Sehnsucht Fernweh

Silvester in Sydney – Wie finde ich einen geeigneten Ort um das Feuerwerk zu sehen?

 

New Years Eve in Sydney: Der Himmel brennt

New Years Eve in Sydney: Der Himmel brennt

Einmal im Leben das Neujahrsfeuerwerk in Sydney zu sehen war lange Zeit ein kleiner Traum von mir. Da Träume meiner Meinung nach wiederum dazu da sind, in die Realität umgesetzt zu werden, stand „Silvester in Sydney“ dieses Jahr ganz oben auf meiner Bucket-list.

In love with Sydney's fireworks

In love with Sydney’s fireworks

Und so kam es, dass ich am 28. Dezember in Sydney landete mit nur einem Ziel: Irgendwie möglichst günstig einen guten Blick auf das Feuerwerk zu bekommen. Es sei hierbei vorab gesagt, dass siche die Feiertage rund um Weihnachten, die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sowie die Nächte um Silvester an sich herum, nur minder mit einem Low-Budget-Urlaub vereinen lassen. Nicht nur, da sich die Preise für Unterkünfte mindetens verdoppeln, sondern auch, da ein Großteil aller Hostels einen Mindestaufenthalt von sieben bis zehn Nächten vorschreibt – welches unweigerlich daz führt, dass man das große Los der horrenden Preise gleich für mindestens eine Woche gezogen hat ;).

Die Harbourbridge in der Silvesterdämmerung

Die Harbourbridge in der SilvesterdämmerungIst man trotz der Preiskracher in Sydney gelandet so lautet die Hauptfrage erst einmal: Wo und wann finde ich mich am 31. Dezember ein, um das neue Jahr würdevoll zu begrüßen. Der erste Gedanke hierbei lautet natürlich meist „Geheimtipp“. Hierbei muss ich euch leider enttäuschen, denn Geheimverstecke in Innenstadtnähe gibt es schon lange nicht mehr. Hierzu habe ich einige Einheimische befragt und immer dieselbe Antwort bekommen: Nein. Nach diesem Ausschuss bleibt zuerst einmal die Frage dessen, was man bereit ist für das Silvesterfeuerwerk zu bezahlen – Im Tausch gegen ein wenig Kleingeld (rund 240-600 AUD) kann sich nämlich jeder Tourist einen schönen Blick über den Hafen erkaufen. Da die Reisekasse von mir und meiner Freundin jedoch durch oben genannte Gründe bereits deutlich gelitten hat, fielen diese Optionen weg und ließen die kostenlosen Aussichtspunkte über.

Um diese Erkenntnis reicher, wussten wir jedoch immernoch nicht so recht weiter, denn auch an kostenlosen Spots gibt es in Sydney noch eine ganze Menge (irgendwo müssen die Millionen Besucher ja untergebracht werden;)). Welcher Ort für einen der richtige ist hängt vermutlich von jedem einzelnen ab, es gibt jedoch einige Grundfragen, die die Auswahl an Schauplätzen ein wenig einschränken. Zudem findet man unter www.sydneynewyearseve.com eine gute Übersicht über alle Aussichtspunkte sowie zugehörige Hinweise zu Kapazitäten, Öffnungszeiten und geschätzten Uhrzeiten, an denen die Kapazitätsgrenzen erreicht sind. Zusätzlich stehen über das gesamte Stadtgebiet verteilt pinke Infomobile herum, die bereitwillig Fragen beantworten und Auskünfte erteilen.

Der fnle Countdown: Das 21-Uhr-Feuerwerk

Der fnle Countdown: Das 21-Uhr-Feuerwerk

Um euch bei eurer Suche nach dem perfekten Blick zu uterstützen, habe ich euch hier eine persönliche Checkliste an Fragen, die die Auswahl an Spots eingrenzen, aufgeführt. Anhand dieser Fragen sind wir letzten Endes auch zu unserem Aussichtspunkt, dem Circular Quay, gekommen.

Geschafft: Am Circular Quay angekommen

Geschafft: Am Circular Quay angekommen

1. Wie früh bin ich bereit aufzustehen und wie lange auf das Feuerwerk zu warten?
Da einige Orte bereits ab sechs Uhr morgens bevölkert werden und wir nicht bereit waren, schon um vier Uhr aufzustehen schloss dies einige Punkte aus – z.B. den Macquarie Chair nahe des botanischen Gartens. Hier hat man zwar einen Blick auf Sydney’s Oper und die Harbourbridge (mindestens 50 Prozent aller Neujahrs-Postkarten sind von diesem Lookout fotografiert), jedoch war uns das extrem lange anstehen dann doch zu viel, sodass dieser Platz von unserer Liste gestrichen wurde.

Der Macquarie Chair lookout

Der Macquarie Chair lookout

Heute haben wir zudem gehört, dass der Ort an sich zwar einen super Blick auf Oper und Brücke bietet, die Bäume des Geländes jedoch auch einen Teil des Feuerwerks in der Luft verdecken Allerdings sind es auch genau die Bäume, die bei 40 Grad Außentemperatur Schatten spenden und einem Kreislaufzusammenbruch vorbeugen können Ihr seht schon, es ist nicht einfach ;).

2. Möchte ich mitten drin sein, oder das Feuerwerk von weiter weg sehen?
Eine weitere Frage, die wir uns stellten war zudem: Wie dicht möchten wir am Feuerwerk dran sein. Die Frage geht zwar auch ein wenig einher mit der vorangestellten, da eigentlich alle zentrumsnahen Plätze ab 14/15 Uhr auf Grund der erreichten Kapazitätsgrenze erreicht werden, jedoch ist es dennoch noch separat zu betrachten. Dieses ist vor allem der Fall, da man für sich entscheiden muss, wie viel Festivalatmosphäre einem lieb ist.

Warten am Circular Quay auf das Neujahrsfeuerwerk

Warten am Circular Quay auf das Neujahrsfeuerwerk

Etwas außerhalb ist es gegebenenfalls noch möglich, in einer größeren Gruppe gemütlich am Strand oder auf einer Wiese zu relaxen, ohne von Millionen anderer Besucher eingekesselt zu sein und jeden Millimeter seines „Territoriums“ zu verteidigen. Wir dachten uns hierbei, dass wir alle Menschenmassen gewohnt sind, wahrscheinlich nur einmal im Leben zu Silvester in Sydney sein werden und außerdem nachts ja auch noch nach Hause kommen müssen, sodass uns die zentrale Variante passender erschien.

Festivalstimmung in Sydney's Innenstadt

Festivalstimmung in Sydney’s Innenstadt

3. Was möchte ich genau sehen?
Sollte man für sich entscheiden, erst gegen Mittag ein bestimmtes Gelände zu erreichen, so leitet dies zu einer weiteren Frage: Oper oder Brücke? Was ist einem wichtiger und auf welches Fotomotiv hat man sich schon jahrelang gefreut? Ein Blick, der beide Highlights inkludiert, wird zu dieser Tageszeit nämlich leider schon etwas schwerer.

Der Blick vom Circular Quay auf die Harbourbridge Silvester

Der Blick vom Circular Quay auf die Harbourbridge Silvester

Bei der Harbourbridge sei hierbei noch zu beachten, dass das Feuerwerk von der Seite, die Richtung Hafen/Oper zeigt abgefeuert wird und nicht gleichermaßen von beiden Seiten aus zu sehen ist! Diese Info hat unsere kleine Gruppe dazu veranlasst, nicht wie geplant auf dem Observatory Hill zu feiern, sondern doch zu versuchen, direkt am Circular Quay fündig zu werden.

Blick vom Observatory Hill auf die Harbourbridge

Blick vom Observatory Hill auf die Harbourbridge

Hier wiederum stellt sich dann die Frage: An welcher Seite des Hafenbeckens möchte ich stehen, welches dann wieder zu der Frage leitet, ob die Oper oder die Brücke im Vordergrund stehen soll…Wir haben uns für die Brücke entschieden – meiner Meinung nach ein guter Schachzug:).

Neujahrsfeuerwerk an der Harbourbridge

Neujahrsfeuerwerk an der Harbourbridge

4. Möchte ich die Möglichkeit haben, Getränke, Alkohol und Speisen kaufen zu können?
In Australien gilt ein generelles Verbot, Alkohol an öffentlichen Orten zu trinken und hierbei wird auch an Silvester keine Ausnahme gemacht. Sollte man dementsprechend Alkohol konsumieren wollen, so kann man diesen entweder herein schmuggeln (die Taschenkontrollen waren nicht so intensiv und da man z.B. eine Cola-Flasche hereinnehmen kann, könnte man diese zudem bereits vorher präparieren) oder an einigen Orten käuflich erwerben. Lebensmittel und alkoholfreie Getränke (keine Glasflaschen) dürfen überall hineingenommen werden, sodass sich ein Picknick vielerorts anbietet.

Silvesterpicknick

Sollte man auf diese Vorbereitungen jedoch keine Lust haben, ist es wichtig, darauf zu achten, dass Lebensmittel an dem Aussichtspunkt zum Verkauf angeboten werden. Diese Information findet sich ebenfalls auf www.sydneynewyearseve.com.

Gute Laune bei reichlich Speis und Trank vor Sydney's Harbourbridge

Gute Laune bei reichlich Speis und Trank vor Sydney’s Harbourbridge

Diese vier Punkte sollten die Auswahl bereits etwas eingeschränkt haben und hatten bei uns zu der Entscheidung geführt, das Feuerwerk am rechten Ufer des Circular Quays zu sehen – eine Entscheidung, die wir so nie bereut haben. Da wir relativ weit entfernt von der Oper standen, konnten wir diese zwar leider nicht sehen, hatten dafür aber einen Platz in der ersten Reihe mit Blick auf die Harbourbridge. Die Fotos, die von diesem Ort auf Brücke entstanden sind, benötigen denke ich keine weiteren Worte.

Ohne Worte

Ohne Worte

Wir waren gegen 11:45 Uhr vormittags da und ich würde diese Uhrzeit auch (spätestens) empfehlen – sollte man dichter an die Oper heran wollen, dann noch um einiges eher. Aber es sei auch gesagt: Da Feuerwerk ist ziemlich groß und hoch und wahrscheinlich von andere Punkten ebenfalls schön anzusehen :).

Happy New Year from Sydney

Happy New Year from Sydney

Nachdem ich den gestrigen Tag viel mit warten verbracht habe, habe ich hier zusätzlich noch einige (Packlisten-)Tipps für euch:
1. Sonnencreme/Sonnenschutz
Es können bei Sonne leicht 35 – 40 Grad werden, sodass diese Utensilien keineswegs vergessen werden sollten. Eine Idee ist hierbei auch, einen Regenschirm als Sonnenschutz mitzubringen.
2. Decken/Kissen/Campingstühle
Da die Wartezeit doch recht lang ist, hilft es einem zumindest, etwas bequemer zu liegen/sitzen.
3. Buch/Spiel/Musik
Auch wenn auf dem gesamten Gelände eine ziemliche Festivalstimmung herrscht, so können 12 Stunden ohne Unterhaltung auch ziemlich lang werden.
4. Wasser/Getränke
Auch wenn am Circular Quay Getränke zum Verkauf angeboten werden, so sind diese ziemlich überteuert und die Schlangen teilweise sehr lang, sodass es sich lohnt, zumindest zwei Liter Wasser oder andere Flüssigkeit bereits vorher zu kaufen. Das gleiche gilt auch für kleinere Snacks.
Ein kleiner Tipp ist zudem auch noch: Auch nach „Einchecken“ auf dem Gelände kann dieses für bis zu eine Stunde am Stück verlassen und im Anschluss wieder betreten werden. Dieses ist sehr hilfreich, um z.B. günstigere Lebensmittel zu kaufen, einen Kaffee zu erstehen, die extrem langen Toilettenschlangen zu vermeiden oder sich einfach einmal die Beine zu vertreten. Hierbei muss man sich beim Rausgehen jedoch unter allen Umständen einen Zettel geben lassen, der den Wiedereinlass ermöglicht – kein Zettel, kein Einlass.
Scheint, so als hätten wir eine super Nacht gehabt – gibt es dennoch etwas, was ich nächstes Mal anders machen würde?
Ja – die andere Flussseite mit in die Überlegungen einbeziehen. Die gegenüberliegende Flussseite stand für uns irgendwie nie zur Debatte. Nachdem ich heute jedoch bei einem Neujahrsspaziergang die Harbourbridge überquert habe und dementsprechend an der gegenüber liegenden Flussseite rauskam war ich ziemlich von dem sich mir bietenden Blick (auf Brücke UND Oper) überrascht und überwältigt.

Blick vom Luna Park auf Sydney's Innenstadt

Blick vom Luna Park auf Sydney’s Innenstadt

Ich glaube, sollte ich noch einmal Silvester hier sein, würde ich die Region rund um den Luna-Park definitiv in die Wahl einer Lokalität einbeziehen. Da ich dies diesmal jedoch wie gesagt nicht getan habe, kann ich nichts dazu sagen, wann man vor Ort sein sollte, wie die Anbindung an den ÖPNV ist etc.
Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Artikel ein wenig weiterhelfen:).

Once-in-a-Lifetime

Once-in-a-Lifetime

Nichts desto trotz, wenn man einmal ehrlich ist: Silvester in Sydney ist eine einmalige Erfahrung, ganz gleich für welchen Vantage Punkt man sich entscheiden! Happy New Year!

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