Sehnsucht Fernweh

Drei Tage Fraser Tag-Along-Tour – Sechs Gründe warum sich das Geld lohnt

Der 75 Miles Beach auf Fraser Island

Der 75 Miles Beach auf Fraser Island

Fraser Island gehört im Allgemeinen wohl zu den „Must-Sees“ an Australiens Ostküste. Auch wenn ich ursprünglich eigentlich keine 400 Euro für ein dreitägige Jeeptour auf eine Sandinsel ausgeben wollte und mich quasi von den Meinungen anderer Backpacker „überreden“ lassen habe, so muss ich mir nun doch eingestehen, dass das Erlebnis auf Fraser Island (bislang) zu meinen Top fünf Highlights in Australien gehört.

Indian Head auf Fraser Island

Indian Head auf Fraser Island

Falls ihr vor der selben Überlegung steht wie ich, ob euch die Reise die wahrscheinlich knapp 400 Euro wert sind und ob sich der Aufpreis für eine mehrtägige Jeeptour gegenüber einer eintägigen Bustour lohnt, habe ich euch meine Erfahrungen nachfolgend zusammengestellt. Jedoch schon einmal vorab: Mein persönliches Fazit lautet ES LOHNT SICH! Hier findet ihr sech gründe warum 🙂 .

Wellenschlacht im Champagne Poo

Wellenschlacht im Champagne Poo

1. Ohne großartige Bedenken in einem 4WD über Schotterpisten, Strände, Wasser und tiefen Sand fahren

Off-Road durch Fraser Island

Off-Road durch Fraser Island

Besonders interessant für alle Reisenden, die mindestens 21 Jahre alt und somit fahrberechtigt sind, ist die Möglichkeit, selbst über die Strände und Schotterpisten Fraser Island zu fahren.

75 Miles Spaß am Strand

75 Miles Spaß am Strand

Jeder, der bereits einmal in Deutschland ein ADAC-Sicherheitstraining absolviert hat oder im Ausland in einer Wüste oder ähnlichem unterwegs war, weiß wie anders ein Fahrzeug auf weichem Untergrund wie Sand reagiert und wie anders sich das Fahrerlebnis anfühlt. Was gibt es dementsprechend besseres, als einen 60 km langen Strand in Australien entlangzubrettern, ohne das man sich fragen muss, ob das Auto den tiefen Sand oder die Wasserlöcher übersteht oder Angst haben muss sich festzufahren und nichtmehr weiter zu kommen. Im Sand stecken bleiben gehört auf Fraser Island denke ich im Allgemeinen dazu, jedoch hat man bei einer Tag-Along-Tour den Vorteil, dass immer ein erfahrener Guide mit an Bord ist, der einem im Fall des Falles sagt, wie man das Fahrzeug zu manövrieren hat, um wieder in sicherere Gewässer zu gelangen. Zusätzlich sollte die Anstrengung des Offroad-Fahrens, insbesondere bei unerfahreneren Fahrzeugführern, nicht unterschätzt werden –  auch wenn der Fun-Faktor einen Großteil davon minimiert. Mietet man sich in einer kleineren Gruppe von z.B. vier Personen nach Fraser Island, so muss jeder Fahrer eine längere Strecke zurücklegen und kann sich seltener im Auto entspannen, insbesondere da nebenbei auch noch auf den Weg und die Streckenführung geachtet werden muss.

Streckenführung Fehlanzeige: Umschlungen von der Würgefeige

Streckenführung Fehlanzeige: Umschlungen von der Würgefeige

2. Einen sehr abwechslungsreichen Ort an Australiens Ostküste entdecken

Bushwalk an der Central Station auf Fraser Island

Bushwalk an der Central Station auf Fraser Island

Auch wenn mir einige Backpacker wahrscheinlich widersprechen, so muss ich sagen, dass  ich persönlich bislang an der Ostküste den Eindruck hatte, dass sich ein Großteil der Küstenorte nicht sonderlich stark voneinander unterscheidet. Klar gibt es Ausnahmen wie das Hippie-Zentrum Byron Bay oder den Nobelort Noosa, jedoch geht es im Allgemeinen überall um hauptsächlich zwei Dinge: Strand und Surfen. Fraser Island hingegen unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den restlichen Touristenzentren. Zum einen weil es hier nicht erlaubt ist, im Meer zu Baden, sondern man das Wasservergnügen in verschiedenen Süßwasserseen und –Flüssen erlebt, zum anderen, weil man bei einer begleiteten Tour statt Surfboard auf runden Gummireifen einen Wasserkanal unsicher macht.

Erie Creek auf Fraser Island

Erie Creek auf Fraser Island

Mit ihren Dünenlandschaften, sehr schönen Aussichtspunkten, dem kristallklaren Lake McKenzie, kleinen Urwaldflüsschen, einem  Bushwalk an der Central Station und ausgedehnten Jeeptouren am Strand bietet die Insel jedem Reisenden besondere Eindrücke, die sich nicht mit anderen Orten Australiens vergleichen lassen.

Kristallklares Wasser am Lake McKenzie

Kristallklares Wasser am Lake McKenzie

Genau diese Vielfalt ist auch ein Grund dafür, dass ich Reisenden zu einer mehrtägigen Tour raten würde. Auch wenn auf Tagestouren meist ein Großteil aller Attraktionen inkludiert ist, so habe ich bereits öfters von Backpackern gehört, dass der Ausflug eher einer Flucht als Entspannung gleicht, bei denen man quasi von Highlight zu Highlight gescheucht wird, aber nichts von allem wirklich genießen kann.

Das SS Maheno Shipwreck auf Fraser Island

Das SS Maheno Shipwreck auf Fraser Island

3. Einen der schönsten Sternenhimmel an Australiens Ostküste bewundern

Dadurch, dass die Elektrizität auf der Insel begrenzt ist und ein Großteil der Touristen lediglich für einen Tagesausflug auf das Eiland kommt, bietet sich Übernachtungsgästen hier ein Sternenhimmel der besonderen Art. Mit etwas Glück kann sogar die Milchstraße sowie leuchtenden Sternschnuppen gesehen werden. Alleine, um diesen Anblick genießen zu können, würde ich persönlich eine mehrtägige Tour einer eintägigen Tour vorziehen.

Fraser Island Campground - Auch nachts ist die Insel unwiederstehlich

Fraser Island Campground – Auch nachts ist die Insel unwiederstehlich

4. Dingos in freier Wildbahn sehen

Welcome to Dingo-Land! Tierliebhaber sollten die Insel schon alleine deshalb besuchen, da sich einem so die Möglichkeit bietet, Dingos in freier Wildbahn zu sehen. Auch wenn die Population der Tiere in den letzten Jahren geschrumpft ist, so hat man als Reisender dennoch die Chance auf einen Besuch der Wildhunde. Logischer Weise gilt auch hier: Je mehr Zeit auf der Insel, desto größer die Möglichkeit…

Dingo-Besuch

Dingo-Besuch

5. Der Preisunterschied zu anderen Touren auf die Insel ist gering

Dass Fraser Island kein Low-Budget Abenteuer wird, sollte jedem Backpacker vor Anreise bewusst sein – ganz gleich für welche Art von Tour sich letzten Endes entschieden wird.

Wenn See und Wüste aufeinander treffen - nur auf Tasmanien ist die Dichte an Seen höher als auf Fraser Island

Wenn See und Wüste aufeinander treffen – nur auf Tasmanien ist die Dichte an Seen höher als auf Fraser Island

Nicht desto trotz muss ich eingestehen, dass eine dreitägige Tag-Along Tour in Summe eher eine der teureren Alternativen eines Besuchs darstellt. Während man eine Tagestour bereits ab zirka 150 Dollar ergattern kann, so kann man bei einer Dreitagestour gut und gerne mit 500-600 Dollar rechnen. Allerdings relativiert sich dieser Preis schnell, wenn man bedenkt, dass zwei durchschnittliche Hostel-Übernachtungen gut mit alleine 60 Dollar berechnet werden können. Dasselbe gilt für die Verpflegung für drei Tage. Berechnet man jetzt noch ein, dass eigentlich jeder Tourenanbieter der Dreitagestour seinen Kunden noch zwei zusätzliche Übernachtungen (eine vor und eine nach Abreise) in das Paket inkludiert so lässt sich schnell feststellen, dass der Sparfaktor bei einer Tagestour nicht so hoch ausfällt, wie zuerst gedacht. Der Preisunterschied relativiert sich zusätzlich, wenn man nicht nur eine Fraser Island Tour bucht, sondern diese z.B. mit einem Segeltrip auf den Whitsunday Islands, einem Surfkurs, einer Fahrt nach Magnetic Island, einem Skydive, Tauchausflügen oder ähnlichen Aktivitäten kombiniert. Alles in Allem mag die Summe unterm Strich bei einer dreitägigen Tag-Along-Tour nach wie vor etwas höher ausfallen als bei anderen Alternativen, jedoch ist der Spaßfaktor hier um einiges höher, man kann die Insel entspannter erleben und sieht zudem einen größeren Teil der Insel; kurzum, man bekommt einen besseren Gesamteindruck.

Regenwaldfeeling auf Fraser Island

Regenwaldfeeling auf Fraser Island

6. Einem unvergessliches Gruppenerlebnis beiwohnen

Gruppendynamik groß geschrieben!

Gruppendynamik groß geschrieben!

Last but not least, und dies ist für mich wahrscheinlich einer der wichtigsten Punkte der Liste, hatte ich bislang an keinem Ort meiner Reise ein stärkeres Gruppengefühl erlebt, als dieses bei der Fraser Island Tour der Fall war. Nicht nur, da sich durch die jeweils mit acht Personen besetzten Autos kleine Car-Groups herausgebildet haben, die einen Großteil der Zeit miteinander teilten, sondern auch, da abends immer zusammen gekocht, gegessen und getrunken wurde. Jede Car-group hat mit angepackt, was das Gemeinschaftsgefühl zusätzlich erhöhte. Im Vergleich zu meiner Segeltour auf die Whitsunday Islands haben sich zudem kaum Untergruppen gebildet, die sich zwar untereinander intensiv kennen lernten, jedoch im Gegenzug ein wenig von dem Rest der Gruppe abschottete. Dies kann zum einen daran liegen, dass jeder Autofahrer eine gewisse Wohlfühlatmosphäre  braucht, um sich beim Tiefsandfahren sicher zu fühlen oder natürlich einfach Glück gewesen sein. Dennoch denke ich, dass das Fahren in Kleingruppen gepaart mit den gemeinsamen Mahlzeiten du dem geteilten Zeltlager einen großen Anteil an dem aufkeimenden Gruppengefühl hatte. Auch jetzt noch, knapp 10 Tage nach Beendigung der Tour, treffen sich die Gruppenmitglieder noch untereinander und berichten von ihren Reiseerlebnissen. Für mich persönlich hat die Gruppe einen starken Einfluss auf den positiven Gesamteindruck der Reise gehabt welcher wahrscheinlich sowohl bei einem Tagesausflug als auch bei einer Busreise in dieser Intensität ausgeblieben wäre.

Unsere Car-Gang auf Fraser Island

Unsere Car-Gang auf Fraser Island

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Reise nach Fraser Island definitiv als Luxus anzusehen ist, den sich Reisende jedoch definitiv – soweit möglich – gönnen sollten. Der Spruch „Weniger ist mehr“ lässt sich jedoch, denke ich, nur schwer auf Fraser Island übertragen, da einem so große Teile des Gesamterlebnisses entgehen.

 

Ein Kommentar zu “Drei Tage Fraser Tag-Along-Tour – Sechs Gründe warum sich das Geld lohnt

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