Sehnsucht Fernweh

Drei Tage Noosa Everglades – Lohnt sich ein Besuch?

Auf Kanutour in den Everglades in Noosa

Auf Kanutour in den Everglades in Noosa

Die Everglades in der Umgebung von Noosa standen ursprünglich nicht unbedingt auf meiner Reiseroute durch Australien – und wahrscheinlich wäre ich auch nie dort geendet, wenn dieses dreitägige Abenteuer nicht in meinem Ausflugspaket (Whitsunday Isands, Fraser Island und Magnetic Island) als Gratis Add-On inkludiert gewesen wäre. Nachdem ich anschließend herausgefunden habe, dass dies die Situation der meisten Besucher der Drei-Tages-Tour war, begann ich mich zu fragen, ob ich die Tour auch gebucht hätte, wenn sie nicht quasi gratis gewesen wäre.

Um einen besseren Überblick über das Reisepaket zu bekommen, habe ich die Key-Facts einmal nachfolgend zusammengestellt.

Ablauf

Tag 1

Zusammentreffen an der Greyhound Busstation an der Noosa Junction. Der Gratishuttle fährt hier zweimal täglich, einmal um 9:30 Uhr und einmal gegen 13:30 Uhr ins Gagaju-Bushcamp, der Basis für die kommenden drei Nächte. Direkt an der Noosa Junction gibt es zudem einen Coles-Supermarkt, in dem die nötige Verpflegung inklusive (alkoholischer) Getränke für die kommenden Tage eingekauft werden kann. Im Camp angekommen steht der restliche erste Tag zur freien Verfügung; wir haben ihn mit Schwimmen im Fluss, Volleyball spielen und Lagerfeuer verbracht. Dadurch, dass das Camp in einem Wald liegt, wird es zudem nicht allzu warm, sodass es sich gut aushalten lässt. Übernachtet wird am ersten Tag in einem Mehrbettzimmer der Unterkunft.

Eine Bootsfahrt die ist lustig...

Eine Bootsfahrt die ist lustig…

Tag 2 und 3

Am zweiten und dritten Tag steht jeweils eine Kanutour auf dem Programm. In Drei-Personen-Kanus geht es hier einmal ungefähr acht Km und einmal 16 Km hinaus in die Everglades. Hierbei sei zu erwähnen, dass ich persönlich – und diese Meinung teilten viele der anderen Backpacker – den längeren Trip wesentlich ereignisreicher fand als den kürzeren Ausflug. Hierbei startet man zwischen 7:30 Uhr und acht Uhr morgens und begibt sich zunächst den Cooroibah River entlang bis zum Lake Cootharaba. Am See angekommen eröffnet sich einem auf der linken Seite ein kleiner Kanal, an dessen Ufer es eine kleine „Buschschaukel“ gibt von der aus man sich in den Kanal schwingen lassen kann.

Buschschaukelalarm

Buschschaukelalarm

Im Anschluss heißt es Seeüberquerung (der See ist größer als er scheint;)) bis zum Strand von Point Boreen, an dessen Ufer sich ein kleiner Campingplatz mit Picknicktischen befindet.

Unterwegsauf hoher See der Everglades

Unterwegs auf hoher See der Everglades

Nach zehn Minuten Fußweg gelangt man zudem an einen kleinen, gemütlichen Pub, in dem es gekühlte Getränke gibt. Anschließend geht es den selben Weg wieder zurück bis ins Camp.

Der Pub am Point Boreen

Der Pub am Point Boreen

Der kürzere Ausflug führt bis zum Corooibah See, der sich ungefähr zwei Kilometer entfernt befindet. Angefangen wird ebenfalls am Corooibah River, jedoch liegt der Cooroibah See in entgegengesetzter Richtung zum Cootharaba See, sodass der Fluss in die andere Richtung abgefahren wird. Vor allem sieht man auf diesem Streckenteil eins: Mangroven wohin das Auge reicht. Der See an sich ist um ehrlich zu sein auch nicht überwältigend spektakulär. Das Wasser ist meist zudem nicht sehr tief, sodass man im Kanu gerne einmal steckenbleibt und anschließend das Boot durch den See zieht. Andererseits ist es auch ganz witzig, mitten in einem See zu stehen und „über das Wasser“ zu laufen.

Pause am Lake Cooroibah

Pause am Lake Cooroibah

Anders als am Cootharaba See gibt es hier jedoch keinen Strand zum Entspannen, sodass die Pause ohne Unterhaltung (Ball oder Frisbee mitnehmen!) recht schnell langweilig werden kann. Rückkehr am Camp ist an beiden Tagen spätestens 16 Uhr. Nicht zu unterschätzen bei beiden Ausflügen ist die Strömung im Fluss, durch die jeder Ausflug ziemlich anstrengend oder relativ entspannt werden kann. Interessant fand ich außerdem, dass die Strömung nicht immer in dieselbe Richtung führt, sondern sich mit der Tide verändert, sodass sie verhältnismäßig unvorhersehbar ist. Beide Ausflüge werden zudem ohne Guide durchgeführt. Ein kleiner Tipp zum Schluss noch: Es ist ratsam, Musik mit aufs Boot zu nehmen, um sich so die Fahrt zu verschönern und möglicher Langeweile an Bord vorzubeugen. Plastikeimer gegen Spritzwasser werden hierfür jedem Kanu zur Verfügung gestellt.

Die Everglades

Die Everglades

Tag 4

Am letzten Tag der Reise steht eigentlich nur noch die Abfahrt nach Noosa auf dem Programm. Hierbei sei zu erwähnen, dass ein Großteil der Backpacker gerne den früheren Shuttlebus um 9:30 Uhr nehmen möchten, um nicht bis 12:30 Uhr im Camp „festzusitzen“, dass jedoch diejenigen Gäste Vorrang haben, die bereits vormittags einen Greyhound oder Premier Bus zur weiterreise reserviert haben. Es kann also sein, dass man hierbei ohne reservierten Bus den kürzeren zieht und noch ein paar Filme ansehen oder im Fluss baden „muss“ (meiner Meinung nach lässt es sich allerdings gut noch ein paar Stunden aushalten :)).

Kosten

Auch wenn der Ausflug an sich wie bereits beschrieben, in vielen Ausflugspaketen enthalten ist, so geht es (wie üblich in Australien) doch nicht ganz ohne Extrakosten. So kommen als Pflichtausgaben folgende ausgaben auf einen zu: 50 AUD Nationalpark-Eintrittsgebühr und 20 AUD Pfand in der Unterkunft (so wird garantiert, dass die Zelte nach dem dritten Tag schön sauber geputzt werden;)). Ansonsten können sich Schlafsäcke für 5 AUD geliehen werden und es steht ein Zimmer-Upgrade vom Zelt in ein Mehrbettzimmer in der zweiten und dritten Nacht für 5 AUD/Nacht zur Verfügung. Die Kosten für das Einkaufen richten sich natürlich an dem persönlichen Warenkorb, sollten jedoch im Normalfall 15-20 Dollar für die drei Tage nicht überschreiten (Alkohol ausgenommen). Wer ich einen kleinen Luxus gönnen möchte, kann zudem ab Point Boreen in einem kleinen Pub einkehren und ein gekühltes Getränk zu sich nehmen (Ginger Beer 4 AUD und Bier ab 6 AUD). Für das Leihen von Volleyball oder Tischtennisequipment fällt zudem Pfand von 10 AUD an. Alles in allem it man somit auf der sicheren Seite, wenn man mit 100 Euro Bargeld in den Trip startet, wovon man jedoch mindestens 20 AUD nach Zeltreinigung zurückerstattet bekommt.

Pause am Point Boreen

Pause am Point Boreen

Unterkunft

Die Unterkunft während der gesamten drei Tage ist das Gagaju Bushcamp. Dieses befindet sich, wie der Name bereits andeutet, in einem Wald ungefähr 30 Minuten von Noosa entfernt. Internetempfang ist hier sehr eingeschränkt und auch der Handyempfang lässt ein wenig zu wünschen übrig – was das Bush-feeling jedoch meiner Meinung nach nur authentischer erscheinen lässt. Das Camp an sich besteht aus zwei Mehrbettzimmern und einem offenen Zeltplatz, sowie einer Küche mit Kühlschrank, Herdplatten und Grillstation, einem TV-Raum, einem Lagerfeuerplatz und einem Gemeinschaftsraum. Zusätzlich verfügt die Anlage über ein Beachvolleyballfeld und einem kleinen Strand am Flussufer. Bei der Küche sei zu erwähnen, dass der gesamten Anzahl an Gästen lediglich vier Herdplatten zur Verfügung stehen und es aus diesem Grund, vor allem abends, recht voll werden und zu längeren Wartezeiten kommen kann. Ansonsten mangelt es aber nicht großartig an Ausstattung in der Küche.

Gagaju Bushcamp

Gagaju Bushcamp

Ebenso nicht mangen tut es an der Auswahl von Spielfilmen – mehr als 100 Stück verschiedenster Genres stehen hier zu Verfügung. Warmwasser steht in der gesamten Anlage zu Verfügung und auch Wasserflaschen können mit Trinkwasser aufgefüllt werden – dieses hat zwar eine leicht bräunliche Färbung, kann jedoch ohne Problem getrunken werden und hat immerhin keinen Chlor-Geschmack wie dieses sonst oft in Australien beim Trinkwasser der Fall ist. Die Zelte für die zweite und dritte Nacht, sowie eine Isomatte und ein Kopfkissen werden für die Dauer des Aufenthaltes von der Anlage zur Verfügung gestellt. Alles in allem wird die Unterkunft ihrem Namen gerecht – es ist eher eine einfache Unterkunft, die jedoch sauber und gemütlich ist, solange man keine Comfort-Matratzen oder eine Klimaanlage erwartet :).

Ausflug in die Everglades

Ausflug in die Everglades

Zusammenfassend habe ich die drei Tage im Cap sehr genossen und würde sich, insbesondere für die bei uns entstandenen kosten, auf jeden Fall noch einmal so buchen. Allen anderen würde ich einen Aufenthalt von zwei Nächten empfehlen. So lässt sich am ersten Tag ankommen und entspannen und am weiten Tag die längere Kanutour unternehmen. Auf dieser bekommt man einen sehr schönen Eindruck der Umgebung und der Everglades, sodass die Halbtagestour nicht unbedingt nötig ist und meiner Meinung nach aus weggelassen werden könnte. Eine Übernachtung im Zelt im Bushamp kostet 15 AUD pro Person/Nacht, sodass sich die Zusatzkosten wahrscheinlich bei zwei Übernachtungen ebenfalls in Grenzen halten – jedoch weiß ich nicht, was es kostet, sich ein Kanu für einen Tag zu mieten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.