Sehnsucht Fernweh

Die Blue Mountains – Meine drei Lieblingswanderungen

Trumhafter Ausblick über die Blue Mountains

Traumhafter Ausblick über die Blue Mountains

Die Blue Mountains gelten als das bekannteste „Naherholungsgebiet“ in der Umgebung Sydneys –  Nur zwei Stunden trennen das Naturparadies von der Hektik und Moderne der Stadt.

Oft habe ich mich vor meiner Reise gefragt, ob genau diese Distanz der Grund ist, warum die Blue Mountains – bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen – so beliebt sind. Bei den doch recht großen Distanzen zwischen den einzelnen Highlight des Landes ist es definitiv entspannt, wenn man „nur“ zwei Stunden Fahrzeit einrechnen muss, anstelle der üblichen Minimal-Fahrtdauer von fünf Stunden… Ist dies also der Hauptgrund für die Beliebtheit der Bergregion?

Nachdem ich die Blue Mountains jetzt selbst erlebt habe, kann ich meinerseits sagen, dass die Nähe sicherlich ein entscheidender Faktor ist, der zur Bekanntheit der Blue Mountains beiträgt, jedoch bei weitem nicht der Einzige. Die Landschaft, die sich einem in den Blue Mountains zu Füßen legt, ist nämlich auch unabhängig der Entfernung zu weiteren Sehenswürdigkeiten, unglaublich schön.

Abkühlung gefällig?

Abkühlung gefällig?

Es gibt viele Wanderungen, die in der Umgebung unternommen werden können, von denen ich insbesondere drei empfehlen möchte.

Der „Grand Canyon Walk“

Entlang des Grand Canyons

Entlang des Grand Canyons

Die erste Wanderung startet von Blackheath, im Norden der Blue Mountains, aus und führt in zwei bis drei Stunden durch den „Grand Canyon“ hindurch. Es handelt sich hierbei um einen Rundweg mit demselben Start- und Zielpunkt, sodass man problemlos mit eigenem Verkehrsmittel anreisen kann. Der Grand Canyon hat mir vor allem aus dem Grund so gut gefallen, dass man am dicht bewachsenen Boden des Canyons entlangwandert (um am Ende über unzählige Stufen wieder nach oben zu wandern;)) und so das Gefühl hat, durch einen kleinen Regenwald zu laufen. Dieses Erlebnis steht im Kontrast zu vielen anderen Touren der Region, bei denen Fern- und Weitblick im Vordergrund stehen. Da die Pflanzendecke zudem einen Teil des Sonnenlichts abhält, ist diese Wanderung von den Temperaturen etwas kühler und angenehmer als viele andere.

Der Grand Canyon

Der Grand Canyon

Vorbei geht es an kleineren Wasserfällen sowie grünen Farnen und Moosflechten; Begleitet werden Wanderer von Vogelgezwitscher und dem Zirpen der Grillen. Sobald man einmal zum Grund der Schlucht hinabgestiegen ist, verläuft der Weg größtenteils flach, bevor man sich am Ende an den nicht enden wollenden Aufstieg zurück zum Evans Lookout (Ausgangspunkt der Wanderung) macht.

Der „National Trail“ zu den Wentworth Falls

Die Wentworth Fälle von oben

Die Wentworth Fälle von oben

Der zweite Treck führt von der Stadt Wentworth aus vorbei an den gleichnamigen Wentworth Wasserfällen. Um zu den Wasserfällen zu gelangen gibt es insgesamt drei verschiedene Optionen: Erstens, am oberen Hang der Blue Mountains entlang, zweitens durch den Grund der Schlucht hindurch, oder drittens auf einem Pfad auf halber Höhe der Felswand der Blue Mountains entlang. Auf Empfehlungen anderer Reisenden habe ich mich für die dritte Möglichkeit, den sogenannten „National Trail“ entschieden. Der Weg führt zuerst am oberen Ende der Wentworth Falls vorbei und kreuzt diese im Anschluss noch einmal auf halber Höhe, was mir persönlich sehr gut gefallen hat, um den Wasserfall aus verschiedenen Perspektiven zu sehen. Des Weiteren war es wirklich ein tolles Erlebnis, quasi in der Mitte einer Felswand entlang zu spazieren und einen Weg zu benutzen, der auf der einen Seite durch ein Felsmassiv und auf der anderen Seite durch einen Abgrund  begrenzt wird. Die Wege sind jedoch alle gut ausgeschildert und gesichert, sodass es hierbei zu keinen Sicherheitsrisiken kommt.

Der National Trail

Der National Trail

Nachdem die Wentworth Falls passiert sind, folgt man dem Weg entlang verschiedener Gesteinsformationen, Aussichtsplattformen und kleineren Wasserfällen. Die reine Gehzeit für den National Pass beträgt ungefähr zwei bis drei Stunden, die Wanderung kann jedoch beliebig erweitert werden, sollte man doch noch gerne die Felswand bis zum Boden herabsteigen oder einem sich anschließenden Naturwanderweg folgen wollen.

Die „Three Sisters“

Die Drei Schwestern

Die Drei Schwestern

Die „Three Sisters“ sind wahrscheinlich nahezu jedem Blue Mountain Besucher ein Begriff und zählen für viele Urlauber zu einem der Must-Dos. Ich persönlich muss jedoch gestehen, dass mich die Felsformation nicht sonderlich beeindruckt hat. Es wirkte auf mich eher so, als brauchte die Region rund um Katoomba – neben Wentworth und Backheath der dritte Ort der Blue Mountains und das touristische Zentrum der Berge – noch ein weiteres Naturhighlight, sodass drei Felsnasen kurz zu den „drei Schwestern“ umbenannt wurden, um dies besser verkaufen zu können. Das der Parkplatz direkt bei den drei Schwestern zudem einer der wenigen nicht kostenfreien Parkplätzen ist, macht einen Ausflug weiterhin unattraktiv. Allerdings, und darum habe ich die drei Schwestern auch bei meinen Highlights mit aufgenommen, gibt es einen sehr schönen Panoramaweg, der die Katoomba-Falls – in der Trockenzeit eher ernüchternde Rinnsäle – mit den drei Schwestern verbindet.

Auf dem Weg zu den Drei Schwestern

Auf dem Weg zu den Drei Schwestern

Auf diesem recht einfachen Weg gibt es einige Aussichtsplattformen, die einem unbeschreiblich schöne Blicke über die Region ermöglichen. Das Auto kann ganz einfach, kostenlos, bei den Katoomba-Fällen abgestellt und am Ende wieder abgeholt werden. Der einzige kleine Nachteil hierbei ist vielleicht, dass derselbe Weg auf Hin- und Rückweg gegangen wird und das es an Wochenenden und in der Hauptsaison ab Mitte November hier recht voll werden kann.

Was gibt es sonst noch zu erleben?

Neben den Wanderwegen ist die Region auch für ihre botanischen Gärten bekannt, von denen jedoch für einen Großteil Eintrittsgelder anfallen. Lediglich der größte botanische Garten am Mount Tomah sowie der Rhododendron-Garten in Blackheath sind kostenlos und wurden somit in unsere Reiseroute aufgenommen.

Farbenfrohes Päuschen

Farbenfrohes Päuschen

Bedenkenlos empfehlen kann ich den Rhododendron-Garten. Die gepflegte Anlage zeigt verschiedenste Ausprägungen der Pflanze welche in den unterschiedlichsten, Weiß-, Rosa- und Rottönen erleuchten. Ein kleiner Teich bildet das Zentrum des Gartens und verschiedene Sitzbänke laden zum Verweilen ein.

Blackheaths Rhododendron-Garten

Blackheaths Rhododendron-Garten

Der botanische Garten in Mount Tomah hingegen hat mich persönlich nicht unbedingt durch seine Pflanzen überzeugt – dafür allerdings durch seine Aussichtsterrasse, von der aus man einen schönen Blick auf die Blue Mountains hat. Der Grund, weshalb mich der botanische Garten nicht zu 100% überzeugt hat, ist die Tatsache, dass es hier viele verschiedene Baumarten gibt, aber eher weniger Blumen und bunte Gewächse, weshalb der Garten eher „Grün“ als „schön bunt“ ist. Sollte man allerdings eh an dem Garten vorbei fahren, so lohnt sich ein kleiner Abstecher auch hier.

Ausblick vom Botanischen Garten

Ausblick vom Botanischen Garten

Insgesamt kommen Naturliebhaber in den Blue Mountains definitiv auf ihre Kosten und können ein paar unvergessliche Tage verbringen.

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