Sehnsucht Fernweh

Singapur: Es geht auch günstig

Singapur gilt als eine der teuersten Städte der Welt. Nach meiner Reise in die Millionenmetropole muss ich zugeben, dass dieses Vorurteil stimmt. Ja, Singapur ist teuer und nein, es gibt auch nicht viel, was man dagegen machen kann. Insbesondere Rucksackreisenden macht das enorme Preisniveau der Stadt zu schaffen, denn wie kann man bei einem doch eher geringen Tagesbudget bis zu 2,50 Euro für einen halben Liter Wasser ausgeben? Oder sich einen Snickers für zwei Euro gönnen? Von den Getränken für Alkoholika ganz zu schweigen. Noch nie habe ich z.B. eine kleine Flasche absolut Wodka (0,375 Liter) für nahezu 70 Euro gesehen.
Nichts desto trotz habe ich mich in Singapur frohen Mutes daran gemacht günstige Alternativen zum durchschnittlichen Preiswucher zu finden und muss sagen: Es geht auch günstig(er) und nicht minder schön. Nachfolgend habe ich euch meine (Preis-)highlights einmal zusammengestellt.

1. Gardens by the Bay

Gardens by the Bay

Gardens by the Bay

Eine kostenlose und schöne Aktivität in Singapur ist ein Besuch der Gardens by the Bay. Mit ihren akkurat geschnittenen Bäumen spiegelt die Grünanlage zwar ein wenig den überall in Singapur auftauchenden Prunk und Bling Bling wieder, bietet jedoch dennoch eine willkommene Auszeit inmitten der Stadt. Und das beste daran: Der Eintritt ist kostenlos. Im Gardens by the Bay befinden sich außerdem die bekannten Supertrees, die ebenfalls ohne Kosten angesehen werden können. Abends werden die Bäume zusätzlich angestrahlt, was dem Park eine mystische Atmosphäre verschafft.

2. Laser Show (Marina Bay Sands)

Das Marina BayResort bei Nacht

Das Marina Bay Sands bei Nacht

Eine weitere Option für die Abendstunden bietet sich an den Außenwänden des Marina Bay Sands Hotels. Jeweils um 20 Uhr und 21:30 Uhr findet hier eine Lasershow statt, welche die drei Türme des Hotels ohne Zusatzkosten für den Besucher in ein ganz besonderes Licht taucht. Am besten zu sehen ist die Show vom gegenüber liegenden Ufer der Marina. Auch wenn ich persönlich ein wenig mehr erwartet hatte, so ist die beleuchtete Innenstadt definitiv einen Besuch wert.

3. Lau Pa Sat

Günstig Essen im Bankingviertel - Das Lau Pa Sat

Günstig Essen im Bankingviertel – Das Lau Pa Sat

Wie bereits erwähnt, ist Essen (gehen) in Singapur nichts für den schmalen Geldbeutel. Unter 10 Dollar pro Person wird man in der Nähe der Innenstadt selten fündig. Eine Ausnahme zu den horrenden Preisen bietet das Lau Pa Sat im Bankenviertel an. Zwischen den modernen Hochhäusern der Umgebung steht diese ehemalige Markthalle mit ihrem kleinen Glockenturm und lädt zum Schlemmen (und Wifi nutzen) ein. Hier gibt es sie noch, die Menüs für vier bis sieben Dollar, die nicht nur schmecken, sondern auch komplett satt machen. Das einzige „Problem“ stellt hier die enorme Auswahl an Speisen und Getränken dar – bei schätzungsweise mehr als 200 Gerichten der asiatischen Küche kann die Auswahl ein wenig dauern. Ich habe mich letzten Endes für indisches Essen entschieden und dies nicht bereut, auch wenn die anderen Speisen auch alle frisch und lecker aussahen. Alternativ lässt es sich auch im Tekka Center in Little India lecker und günstig Speisen. Hier ist ebenfalls Obst und Gemüse günstiger als anderswo, man befindet sich jedoch auch nicht mehr direkt im Stadtzentrum.

Wie in Indien, nur sauber - Little India

Indien in sauber – Little India

4. Pinnacle Towers

Fernblick für fünf Singapur-Dollar - Die Pinnacle Towers

Fernblick für fünf Singapur-Dollar – Die Pinnacle Towers

Ein grandioser und vergleichsweise günstiger Ausblick über die Stadt bietet sich Besuchern vom Skywalk der Pinnacle Towers. Im 50. Stock befindet sich hier die längste Skybridge der Welt, welche auf 500 Metern die fünf Türme des Wohnkomplexes verbindet. Die Skybridge ist täglich von morgens bis ca. 22 Uhr geöffnet und für 5 Euro zugänglich. Tickets können entweder direkt am Pförtner gekauft werden oder beim zirka 200 Meter entfernten 7eleven Supermarkt. Wenn man bedenkt, dass andere Aussichtsplattformen mindestens 20 Dollar Eintritt verlangen, so ist dies wirklich eine günstige Möglichkeit, Singapur von eben zu bestaunen. Im Gegensatz zu den viel besichtigten Aussichtstürmen und Skybars der Stadt findet sich hier zudem noch ein wenig Ruhe und Entspannung. Touristen, die sich jedoch einen Blick von oben auf die beleuchtete Marina und das Marina Bay Sands Hotel wünschen, werden hier enttäuscht, da dieser von einigen Wolkenkratzern verdeckt wird.

5. Ladies Nights

Ladies Night im Marina Bay Sandsght

Ladies Night im Marina Bay Sands

Ladies aufgepasst: Mittwochs ist Ladies Night in Singapur. In vielen Bars sparen Frauen an diesem Abend nicht nur die Cover Charges (Eintrittsgelder) in verschiedene Bars und Clubs, sondern erhalten oftmals zudem vergünstigte oder kostenlose Getränke. Die bekannteste Ladies Night der Stadt ist wohl die der Bar Cé La Vie im 58. Stock des dritten Turmes des Marin Bay Sands Hotels. Hier sparen Frauen alleine 38 Dollar Eintrittsgeld und erhalten (angeblich) auch noch einen kostenlosen Wein. Sparfuchs würde ich sagen. Den Eintritt habe ich bei meinem Besuch hier wirklich gespart, von einem kostenlosen Getränk fehlte jedoch jede Spur. Die Bar an sich bildet einen starken Kontrast zu den eben erwähnten Pinnacle Türmen. Neben Cocktails (25 Dollar) und Champagner gibt es hier zudem eine Tanzbar und viele viele Menschen, die sich eine kostenlose Nacht über den Dächern der Stadt nicht entgehen lassen möchte. Einsamkeit ist hier Fehlanzeige, dafür bietet die Bar aber einiges mehr, wenn man einen Cocktail schlürfen und das Nachtleben kennen lernen möchte. Reine Geschmackssache würde ich sagen und kann mich auch noch nicht entscheiden, welcher Blick über Singapur mich mehr beeindruckte. Nach Feierabend bieten jedoch auch noch viele andere Bars in Singapur Ladies -Nights an, sodass hier jeder auf seinen Geschmack kommen sollte. Einen Hinweis habe ich hier allerdings doch noch: Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren lediglich bis kurz vor Mitternacht. Diese Info könnte gegebenenfalls mit in die Abendplanung einbezogen werden um unnötige Fußmärsche oder ungeplante Taxi-Kosten zu vermeiden. Mir hat das Nichtwissen hiervon einen knapp sieben Kilometer langen Rückweg beschert;).

6. Gratis Toiletten
Noch ein Tipp, der wahrscheinlich ebenfalls größtenteils Mädchen betrifft: Über die Stadt verteilt befinden sich einige öffentliche Toiletten, die allesamt kostenfrei sind. Ob innerhalb von einem der zahlreichen Einkaufszentren oder auch an Besuchermagneten wie dem Gardens by the Bay – Menschen mit schwacher Blase können hier eine ganze Menge Geld einsparen.

7. MRT

Never stop Dreaming

Never stop Dreaming

Last but not least ist auch das öffentliche Verkehrssystem in Singapur nicht sehr teuer. Eine Fahrt vom/bis zum Flughafen kosten 2,40 Dollar, innerhalb des Innenstadtbereichs meist um 1,50 Dollar. Auch wenn die Bahnen bereits um Mitternacht aufhören zu fahren, so vernetzen sie das Stadtzentrum dennoch sehr gut, sind übersichtlich gestaltet und bieten eine kostengünstige Möglichkeit die Stadt zu erkunden. Natürlich kann die Stadt auch auf den eigenen zwei Beinen erkundet werden, aber nach einem mehr als 25km langen Dauermarsch habe ich die U-Bahn dann doch für mich entdeckt und bereitwillig dafür gezahlt.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Trotz Sparmaßnahmen kann Singapur preislich nicht mit anderen Städten/Ländern in Südostasien mithalten. Dennoch lassen sich die Kosten durch die geschickte Auswahl an Restaurants, Verkehrsmitteln und Sehenswürdigkeiten reduzieren, sodass man nicht komplett pleite weiterfahren muss.

Habt ihr noch weitere Spartipps für Singapur? Dann kommentiert gerne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.