Sehnsucht Fernweh

Weltweit sicher Reisen: Das tut sich auf unseren Kontinenten

safety firstNach Einbruch der Dämmerung nicht alleine durch die Straßen gehen, möglichst auf Wertgegenstände verzichten, keine teure Kleidung oder teuren Schmuck bei ich führen, dunkle und einsame Wege meiden, und so weiter und so fort – die Liste möglicher Präventionen gegen Kriminalität auf Reisen ist schier endlos. Ein explizites Beispiel wie ihr euch auf Taxifahrten in Peru schützen könnt, findet ihr in meinem Artikel „Von Lizenzen und Markierungen: Sicher Taxifahren in Peru“.

Doch nicht nur Reisende selbst können Gewalt vorbeugen, auch Regierungen, Frauenrechtler und Privatunternehmen können dazu beitragen, die Sicherheit auf Reisen zu erhöhen.

Nachfolgend habe ich euch einige Beispiele zusammengestellt, die zeigen, was sich in den letzten Jahren in einigen Ländern und Kommunen verändert hat, um dich Sicherheit zu erhöhen und die Benutzung von Verkehrsmitteln risikoloser zu gestalten.

Südamerika: Ecuador

P1080202aBereits seit zwei Jahren gibt es sie die Taxen und Busse mit „Security Kit“ in Ecuador. Auf Basis einer Initiative „Transporte seguro“ (sicherer Transport), wurden insgesamt 55.000 Fahrzeuge im gesamten Land mit einem speziellen Sicherheitssystem ausgestattet, welches vor Übergriffen in Bussen und Taxen schützen soll.

Doch wie funktioniert dieses Sicherheitssystem?

Der Grundbauplan des Systems besteht aus 5 Komponenten: Einen Notfallknopf in Reichweite der Fahrer und Passagiere, einem GPS-Sender der das Fahrzeug auf Wunsch permanent orten kann, zwei Videokameras mit Infrarotfunktion sowie einem UPS Ersatzakku, als Energiereserve bereits benannter Geräte. Sobald der Motor des Fahrzeuges läuft, registriert das GPS Standort und Geschwindigkeit  und die installierten Kameras filmen das Geschehen innerhalb des Services. Wird im Anschluss der Notfallknopf betätigt, so werden die aufgezeichneten Signale in Echtzeit an das integrierte Sicherheitssystem ECU 911 gesendet. ECU 911 verbindet zahlreiche Sicherheits- und Katastrophenhilfebehörden des Landes sowie die Polizei und Feuerwehr, sodass schnell auf Notfälle reagiert werden kann.

Auch wenn ich persönlich nie negative Erfahrungen mit einem Taxifahrer in Ecuador gemacht habe, so wird dieses System unter Einheimischen sehr geschätzt und konnte die Anzahl der begangenen Straftaten bereits verringern.

Asien: Japan

Die Fülle der U-Bahnen in Tokio ist besonders zu Stoßzeiten, weit über die Stadt- und Ländergrenzen hinaus bekannt. Klar, dass diese Umstände ein Eldorado für interessierte Fummler darstellen, die sich den Weg zur Arbeit noch kurz etwas verschönern wollen.

Genau auf diese Umstände hat die Japanische Hauptstadt reagiert, indem es spezifische Frauenwaggons auf den meistbenutzten Bahnlinien einführte.

Ein Abteil nur für Frauen also, aber wie verhält es sich hier mit Familien oder Zusammenreisenden?

Die Botschaft ist eindeutig: In diesen Abteilen dürfen nur Frauen einsteigen. Ein wenig gelockert wurde diese Aussage jedoch, sodass heutzutage neben Rollstuhlfahrern auch Kinder bis zu 12 Jahren beider Geschlechter das Abteil betreten würden – vorausgesetzt sie befinden sich in Begleitung einer Frau. Zusätzlich werden die Waggons außerhalb der Stoßzeiten auch für Männer geöffnet.

Afrika: Ägypten

Eine Unternehmerin aus der ägyptischen Hauptstadt Kairo hat es sich zur Aufgabe gemacht, Taxifahrten für Frauen angenehmer und vor allem ungefährlicher zu gestalten. „Pink Taxi“ lautet das Konzept, bei dem Frauen lediglich von Frauen gefahren werden. Insbesondere in einem Land, in dem laut einer aktuellen Studie der UN (Study on Ways and Methods to Eliminate Sexual Harassment in Egypt), fast jede ägyptische Frau – 99,3% – im Laufe ihres Lebens unter sexuellen Belästigungen leidet, findet dieser Service großen Anklang.

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Die Tempelanlagen von Karnak in Ägypten

Doch wie werden geeignete Fahrer ausgewählt und ein entspanntes Fahrerlebnis gesichert?

Die Auswahl der Frauen erfolgt nach strengen Vorschriften. Alle Fahrerinnen sind zwischen 25 und 45 Jahren alt, sprechen gutes Englisch und verfügen über einen akademischen Abschluss. Zusätzlich durchlaufen sie ein zweimonatiges Training, welches sie nicht nur auf die ägyptischen Straßenverhältnisse vorbereitet, sondern zudem eine technische Grundausbildung beinhaltet. Auch während der Fahrt sind die ausgewählten Fahrerinnen an Auflagen gebunden. So dürfen sie nicht unaufgefordert ein Gespräch mit Mitreisenden beginnen, innerhalb des Vehicles rauchen oder ohne vorheriges Fragen das Radio betätigen. Auch für die Abrechnung gibt es Vorschriften. So sind Preisverhandlungen bei den Pink Taxis Fehlanzeige – bereits vor der Fahrt wird per GPS die Distanz zwischen Start und Ziel bemessen und im Anschluss auf Basis der zu fahrenden Distanz ein Preis berechnet. Maximal liegt dieser dann bei 25% über dem Durchschnittspreis einer Taxifahrt – allerdings in einem klimatisierten Fahrzeug und ohne das Aufkommen sexueller Belästigungen.

Ähnliche Konzepte gibt es außerdem bereits in Ländern wie Frankreich und Metropolen wie die Millionenstadt New York in den USA.

 

 

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