Sehnsucht Fernweh

Samaná: Ein Juwel der Dominikanischen Republik

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Der Strand von Las Terrenas

Die Dominikanische Republik ist besonders bei deutschen Pauschalurlaubern ein beliebtes Reiseziel. Aus diesem Grund war ich zunächst skeptisch, als ich mich gemeinsam mit meinem Freund dazu entschloss, unseren Urlaub genau dort zu verbringen.

Im Nachhinein muss ich jedoch zugeben: Die Dominikanische Republik ist definitiv auch für Individualreisende einen Besuch wert. Natürlich gibt es sie, die Bettenburgen, überfüllten Strände und All-Inclusive Pauschaltouristen, jedoch nicht nur und nicht überall.

Mir hat es auf unserer Reise insbesondere Samaná angetan. Die Halbinsel liegt im Nordosten des Landes, etwa vier Stunden von Punta Cana und 2,5 Stunden von der Hauptstadt Santo Domingo entfernt. Hier gibt es sie noch: Die weltweit bekannte, karibische Lebensfreude, unberührte Strände, kleine Strandbars mit lateinamerikanischen Klängen und insgesamt eine authentische Atmosphäre. Ich erinnere mich noch zu gut, dass ich zu meinem Freund meinte: Das ist Karibik.

Die nächsten Tage würden wir in diesem Paradies verbringen – das war uns beiden schnell klar.

Von Las Terrenas bis Las Galeras: Samaná in vier Tagen

Die bekannteste Ortschaft von Samaná ist Las Terrenas, welche insbesondere unter Backpackern und Naturliebhabern immer größere Bedeutung gewinnt. Zu erreichen ist las ehemalige Fischerdorf auf zwei Wegen: Über eine kurvenreiche Serpentinenstraße von Samaná oder Sanchéz aus, oder über eine mautpflichtige Schnellstraße, die seit 2011 in Betrieb genommen wurde. Wir haben uns aus Kostengründen für die Provinzstraße entschieden und wurden mit ersten Eindrücken in dieses grüne Paradies belohnt.

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Frühstück am Meer – Ein Morgen im Costarena Beach Hotel

Übernachtet haben wir in Las Terrenas sowohl im Costarena Beach Hotel (Im Juli ca. 70€/Nacht für ein Doppelzimmer mit Frühstück) als auch im Casa de Sergio y Cristina (im Juli ca. 35€/Nacht für ein Doppelzimmer mit Frühstück). Beide Unterkünfte sind voll und ganz empfehlenswert – auch wenn sie etwas außerhalb des Ortszentrums liegen, für das Casa de Sergio und Cristina ist jedoch ein Fahrzeug empfehlenswert. Jeden Morgen mit frischgepressten tropischen Säften und Kaffee geweckt zu werden, beim Frühstück den Wellen oder bunten Vögeln zusehen und überall karibischen Klängen lauschen – so lässt es sich leben.

Playa Bonita

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Karibik Pur an der Playa Bonita

Nichtsdestotrotz habe ich das „Nichtstun“ nur kurze Zeit genossen, da ich den Flug ja nicht auf mich genommen habe um auschließlich die Unterkünfte der Region kennen zu lernen. Also machten wir uns auf den Weg zur Playa Bonita (ca. 6 km des Strandabschnitts von Las Terrenas entfernt), der in vielen Reiseführern der Dominikanischen Republik als einer der schönsten Strände der Insel deklariert wird. Eine Beschreibung, die dank des türkisblauen Wassers, des palmengesäumten Strandes und der sichten Brise durchaus zutrifft. Hier begegnet man einheimischen Kindern, die ein kühles Bad nehmen, oder Joggern, die die Abgeschiedenheit des Strandes ausnutzen.  Ist der Weg am Strand entlang bis zum Hotel Atlantis noch gepflastert und somit leicht zugänglich, so geht das Terrain danach in einen Pfad aus Sand über, dem man weiter Folgen kann, um zu einsameren Buchten und Kokoshainen zu gelangen. Auch wenn dieser Spaziergang an seiner Schönheit kaum zu überbieten ist, so hat auch die andere Seite des Strandes mit kleineren Strandcafés und Fischrestaurants ihren Reiz und gehört auf jeden Fall in die Reiseplanung nach Samaná.

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Ein Sandspaziergang an der Playa Bonita

Ein kleiner Tipp noch: Auch wenn die Entfernung von Las Terrenas zur Playa Bonita nicht so weit aussieht, so trügt dieses Bild, da die Steinformation, die beide Regionen voneinander trennt, im Privatbesitz ist und ein Durchkommen nicht nur nicht gestattet, sondern auch unmöglich ist. Der Anfahrtsweg von Las Terrenas zur PLaya Bonita ist jedoch ausgeschildert und leicht zu finden.

Wasserfälle und Ziplining

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Der Salto Limón

Nach zwei Tagen verließen wir Las Terrenas um nach Las Galeras, dem östlichsten Zipfel der Halbinsel zu gelangen. Auf dem Weg ließen wir uns jedoch die Natur des Landes nicht entgehen und unternahmen einen Ausflug zum Wasserfall „Salto de Limón“. Die Abzweigung der Überlandstraße, die einen zum Ausgangspunkt des Fußmarsches oder Reitausfluges zum eigentlichen Wasserfall bringt, ist nicht zu übersehen – Einheimische wehen mit Fahnen und stehen wild winkend am Straßenrand, um bloß jedem vorbeifahrenden Auto den Weg zu zeigen. Der Salto de Limón an sich ist 30 Meter hoch und lädt zum Baden und abkühlen ein. Auch wenn der Weg dorthin zu Fuß bewältigt werden kann, so würde ich einen Ritt dorthin empfehlen, Anstatt auf jeden Tritt im unsicheren Terrain zu achten und zu hoffen, seinen Schuh nicht im Matsch zu verlieren, kann man so die tropische Landschaft genießen. Lediglich die letzten 200 Meter (und cirka ebenso viele Stufen) müssen zu Fuß zurückgelegt werden, da der Untergrund zu steil für Pferde ist. Für mich ist es immer wieder ein persönliches Highlight unter Wasserfällen zu baden und die Umgebung währenddessen auf mich wirken zu lassen.

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Hoch hinaus beim Ziplining – über Palmen, Flüsse und Urwald hinweg

Um die Faulheit des „Nichtwanderns“ auszugleichen entschieden wir uns hinterher noch spontan zu einem Ziplining-Ausflug. Kurz nach der Ortschaft Samaná biegt man hierfür von der Hauptstraße ab und folgt der Beschilderung des Ziplinings. Der Weg ist hierbei übrigens der gleiche, der auch zum Strand „El Valle“ führt, sodass dieser Beschreibung ebenfalls gefolgt werden kann. Fahrer seien jedoch darauf hingewiesen, dass gleichmäßig geteerte Straßen hier vergebens gesucht werden, sodass der verhältnismäßig kurze weg bis zur Bartom-Ziplining Plattform doch länger werden kann;). Da vor Ort nur in Bar gezahlt werden kann (gleichermaßen in Dollar, Euro oder Pesos), ist ein kleiner Bargeldvorrat für die Aktivität notwendig. Auch wenn das Areal von außen etwas abenteuerlustig aussieht, so kann gesagt sein, dass ich kein Bedenken bezüglich der Sicherheit hatte, dass man wie oftmals doppelt gesichert ist und immer mindetsens zwei Guides mit von der Partie sind. Wer außergewöhnliche Fernblicke und den gewissen Adrenalin-Kick mag, der ist hier genau richtig! Da wir mit eigenem Auto angereist sind und somit unabhängig von touristischen Ausflugsgruppen waren, hatten wir zudem alle Plattformen ganz für uns allein, was eine paradiesisch friedvolle Stimmung hervorrief.

Playa Rincón

Nachdem wir am Vorabend glücklich in Las Galeras ankamen, war es Zeit, die Strände rund um las Galeras zu erkunden. Las Galeras ist ein kleines Fischerdorf mit rund 600 Einwohnern, welches durch kleine Holzhütten und einige Unterkünfte geprägt wurde. Die Strände rund um den Fischerort werden regelmäßig als Traumstrände deklariert und erlangten durch internationale Blockbuster wie den James Bond Film „Golden Eye“ internationale Bedeutung. Nichtsdestotrotz ist die Region weit entfernt von Massentourismus und somit nach wie vor ein Karibik-Juwel.

Nachdem wir den kleinen Strand „La Playita“ bereits am Tag zuvor abends erkundet haben, ging es heute zur „Playa Rincón“.

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Die Playa Rincón ist auch bei grauem Himmel einen Besuch wert

Auto oder Mopeds können direkt auf dem Sand geparkt werden, was dem Geschehen einen urtümlichen und wilden Touch verleiht. Kleine Snacks und gekühlte Getränke können erworben werden und mit etwas Glück trifft man zudem bunte Strandverkaüfer, die frisches Obst oder Kokosnuss zur Erfrischung anbieten. Touristen haben wir an diesem Strand nicht allzu vielen gesehen, jedoch einige Einheimische, die hier ihre Wochenendenden verbringen. Obwohl sich das Wetter an diesem Tag eher stürmisch zeigte, war Baden problemlos möglich und die Schönheit des Strandes nicht zu übersehen.

Abends ging es dann zurück ins Dorfzentrum, in dem neben Fisch und Fleischgerichten auch Restaurants der italienischen Küche vertreten waren. Preislich liegen diese Restaurants etwas unter dem deutschen Preisniveau, für eine Pizza haben wir zwischen 6€ und 8€ gezahlt. Auch kleine „Tiendas“ des täglichen Bedarfs findet man hier, sodass Wasser, Kekse und Ähnliches nicht mitgebracht werden muss. Geld abheben ist ebenfalls im Ort möglich, lediglich eine Tankstelle sucht man vergebens. Die dichteste Tankstelle befindet sich erst zurück in Samaná Stadt, was bereits dem ein- oder anderen Touristen Schweißperlen auf die Stirn trieb. Allerdings gibt es auch hier eine karibische Lösung: Am Straßenrand wird Benzin in Kanistern und Liter-flaschen verkauft, sodass keine Panik entstehen muss, dass der Tank nicht bis zur nächsten Tankstelle reicht.

El Cabito

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Cocktails with a view am Cabito

Als Abschluss unserer Mini-Rundreise stand ein Ausflug zum „El Cabito“ auf dem Programm. Das kleine Restaurant, welches zudem auch günstige Übernachtungsmöglichkeiten mit Meerblick bietet, liegt etwa 10 Meter über dem Meer an einer Steilküste und ist für seine Sonnenuntergänge, sowie Klippenspringer bekannt, die sich kopfüber in die Tiefen stürzen. Zwischen Januar und März können hier auch Wale beobachtet werden, die uns auf Grund unserer Reisezeit im Juli jedoch verwehrt blieben, sodass wir die Aussicht auf kleine Fischerboote und zahlreiche Vögel genossen. Den fangfrischen Fisch im Restaurant haben wir nicht probiert, dafür jedoch die frisch zubereiteten Cocktails, de sehr zu empfehlen sind (besonders der Caipi).

Wir haben „El Cabito“ mit dem Auto von Las Glaeras aus erreicht. Hierfür der Ausschilderung zu Rudy’s Rancho folgen und von dort aus dem Weg zum Cabito folgen. Achtung: Der Weg ist eher eine Buckelpiste und im Dunkeln nicht beleuchtet. Wem dieses Abenteuer zu unsicher ist, der kann das Restaurant auch über einen Fußweg vom Grand Hotel Samana aus erreichen.

Für uns war dieser Abend einer der schönsten Abende des Urlaubes, welchen wir beide nicht vergessen werden.

Villa Serena

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Ein Traum – mein persönliches Lieblingshotel

Auch wenn dieser Eintrag keine Hotelbeschreibung ist und auch wenn ein Hotel kein Ausflugsort an sich darstellt, so wollte ich ein Hotel doch noch einmal explizit erwähnen: Die „Villa Serena“ in las Galeras. In diesem kleinen aber feinen Hotel habe ich meine persönliche Lieblingsunterkunft gefunden. Wenn auch preislich etwas über den genannten Unterkünften am Anfang des Eintrages, so ist das Haus mit seinem idyllischen, mit bunten Blumen verzierten Garten und seinen entspannenden Hängematten für mich sein Geld wert. Morgens mit Meerblick aufwachen, im Morgenrot in den kleinen Pool springen, danach mit dem hauseigenen (und kostenlosen!) Kanu aufs Meer hinausschippern oder einfach im Schatten einer der Palmen ein Buch lesen – hier habe ich mein Paradies gefunden und bin mir sicher, nicht das letzte Mal in Las Galeras gewesen zu sein.

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Liebe Grüße von eurer Julia

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