Sehnsucht Fernweh

Von Lizenzen und Markierungen: Sicher Taxifahren in Peru

Während meines Peruaufenthaltes bekam ich oft mit, wie Backpacker und Reisende sich berieten und darüber diskutierten, ob das sicherste Fortbewegungsmittel im Land nun wirklich das Taxi sei, oder ob es nicht vielleicht doch sinnvoller sei, nicht alleine in ein Fahrzeug zu steigen, sondern den öffentlichen Bus oder die Metro zu nehmen.

Auch ich habe mir diese Frage oft gestellt, insbesondere, da die lokale Presse nicht selten von Überfällen oder sexuellen Übergriffen auf Mitfahrer berichtet. Letzten Endes bin ich jedoch zu dem Entschluss gekommen, dass ein Taxi durchschnittlich dennoch den höchsten Sicherheitsstandard aufweist (auch wenn das Reisegefühl, welches oftmals bei Busfahrten aufkommt natürlich ein wenig leidet), insbesondere wenn man sich an den einen oder anderen Hinweis der lokalen Bevölkerung hält.

Nachfolgend habe ich euch meine persönlichen Taxi-Tipps zusammengestellt, die mir geholfen haben, mich bei Taxifahrten sicherer zu fühlen.

1. Wenn möglich, fragt ein Taxi bei einem Taxiunternehmen an

Insbesondere, wenn ihr alleine unterwegs seid, ist es sinnvoll, nicht einfach ein Taxi an der Straße anzuhalten, sondern das Fahrzeug bei einem lizenzierten Taxi-Unternehmen anzufordern. Direkt bei Anruf bekommt ihr dann bereits das Kennzeichen des Fahrzeuges übermittelt, damit ihr wisst, dass euch auch der „richtige“ Fahrer abholt. Da dieser Service keinen Aufpreis kostet und die Taxen meist pünktlich vor der Tür stehen, ist es empfehlenswert, diesen Tipp zu befolgen. Einziger Wermutstropfen für Reisende mag sein, dass es ohne Grundkenntnisse des Spanischen wahrscheinlich schwer wird, sich dem Fahrer verständlich zu machen. Ich habe jedoch oft mitbekommen, dass Hostelmitarbeiter, oder Mitreisende, das Gespräch geführt und das „Problem“ somit gelöst haben.

Sollte es nicht machbar sein, bereits im Vorfeld ein Taxi zu rufen, so kann natürlich auch ein beliebiges Taxi am Straßenrand mit Handzeichen angehalten werden. Auch wenn Peruaner vor dieser Methode warnen, so haben wir auch oft (insbesondere wenn wir in einer Gruppe unterwegs waren) ein Taxi angehalten ohne es vorher zu ordern – welches übrigens ebenfalls bei Einheimischen nicht selten der Fall war. Auch hierbei gibt es natürlich Hinweise, die das Risiko eines negativen Fahrerlebnisses verringern.

2. Notiert euch das Nummernschild und teilt es Freunden/Verwandten mit

Bereits vor Fahrtantritt, solltet ihr nicht die einzigen sein, die das Nummernschild des Autos kennen. Wenn Freunde oder andere Backpacker bei euch waren, als ihr das Taxi betreten habt, bittet diese, sich das Kennzeichen sowie das Fahrtziel ebenso zu notieren und meldet euch bei ihnen, sobald ihr sicher ma Ziel seid. Alternativ könnt ihr Freunden auch eine Nachricht mit Nummernschild und Ziel schicken, sodass man euren Taxifahrer im Notfall nachverfolgen kann.

3. Kontrolliert den Rückspiegel des Taxis

In jedem offiziellen Taxi in Peru hängt die Fahrlizenz des Fahrers von Innen am Rückspiegel. Hier könnt ihr überprüfen, ob das Nummernschild auf der Lizenz mit dem von euch notierten Nummernschild übereinstimmt. Zusätzlich sollte hier auch Zertifikat des Betreibers SETAME (Servicio de Taxi Metropolitano) hängen, welches die Seriosität des Fahrers zusätzlich unterstreicht.

4. Setzt euch auf die Rückbank

In Südamerika ist es üblich, sich nicht auf den Beifahrersitz, sondern auf die Rückbank des Autos zu setzen. Dies ist nicht unhöflich, aber gewehrt euch mehr Raum und schützt vor ungewollten Übergriffen.

5. Informiert euch vorab über die Route und nehmt möglichst viel Kleingeld mit

Um Umwegen oder längeren Routen durch einsame Gegenden vorzubeugen, ist es hilfreich wenn ihr euch bereits im Vorwege über die ungefähre Fahrtdauer und die Route informiert. Meiner Erfahrung zu Folge geben die Peruaner gerne Auskunft über diese Dinge – sei es die Bedienung im Straßencafé, der Besitzer des „Emma-Ladens“ nebenan, oder Mitarbeiter aus Unterkünften. Auch ein ungefährer Fahrpreis lässt sich dann abschätzen, sodass ihr euer (sichtbares) Bargeld danach ausrichten könnt. Ich selber hatte immer zwei Portemonnaies dabei, eins für den „täglichen Bedarf“ und eins, welches meine Bankkarten, Ausweisdokumente etc., enthielt. Bei Taxifahren habe ich dann lediglich den Beutel mit dem Kleingeld gezeigt, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass sich ein Diebstahl für den Taxifahrer lohnen könnte.

Letzten Endes gibt es noch viele weitere Hinweise, die man befolgen könnte, wie zum Beispiel darauf zu achten, dass das Kennzeichen nicht nur auf dem Nummernschild zu sehen ist, sondern auch auf den Seitentüren. Da dies aber nicht mit einer offiziellen Lizenz zusammenhängt habe ich den letzten Hinweis jedoch nicht als Ausschlusskriterium gesehen, sollte er einmal fehlen.

Ich hoffe, ich habe euch mit diesem Beitrag geholfen und wünsche euch eine wunderbare Zeit in Peru!

 

Ein Kommentar zu “Von Lizenzen und Markierungen: Sicher Taxifahren in Peru

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